276 -
Uha.
Befriedigt von den Resultaten meines Aufenthalts in Ndjiji verließ ich am 25. August 1895 um die Mittagszeit die griiueu Gestade des Taugauikasees und wandte mich, wie ich im Interesse des Handels den Kaufleuten Udjijis versprochen, dem Lande der Waha zu. Nachdem ich unterwegs ein schnell fließendes Gewässer, den Mjougabach, passiert hatte, machte ich einige Stunden später am Kasseke, unweit einer Ölpalmenschamba, Halt, um zn übernachte». Die Ufer des Flüßchens waren bedeckt mit Muliusibäumeu, die im Schmuck ihrer roteu Blüten einen Prächtigen Anblick boten.
Als sich früh am 26. August die Kolonne iu Marsch setzte, befaud sie sich, wie mir schien, teilweise in gedrückter Stimmung. Sollten wir doch am selben Tage das Gebiet der Luassa-Waha betreten, von denen das Gerücht ging, daß sie seit Jahren keinen Fremden mehr im Lande geduldet und jede Karawane mit Waffengewalt vertrieben hätten. Die wohlgemeinten Warnungen der Araber hatten bei meinen Trägern ein aufmerksames Ohr gefunden. Nur widerwillig zogen sie ihrer Straße und mit halblauter Stimme tauschten sie ihre Bedeuten aus. Nach weuigeu Stuude» laugteu wir nm Lnitsche an, der in der dortigeu Gegeud die Grenze zwischen Udjiji uud Uha bildet. Während wir den Strom überschritten, klangen wie ein Signal aus dem Dunkel des Galeriewaldes einige metallische glockenreine Töne herüber. In demselben Augenblicke stutzte die Töte uud hielt au. Auf meine Erkundigung nach dem Gruude des Zögerns erklärte mir mein Boy Mandoa, daß es Krieg gebe; ein Unglücksvogel habe sich hören lassen. „Glaubst du denn auch an diesen Unsinn?" fragte ich ihn lachend. „Gewiß, Herr", erwiderte der Bursche, der mich schon acht Jahre lang auf meinen Fahrten begleitet hatte. „Aber was soll man tun? Niemand kann seinem Schicksal entgehen."
Auf dem liukeu Ufer, im Schatten eines hohen, großblätterigen Mlemberebaumes, machte ich Rast und ließ mich