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Schauplatz des nachtlichen Ereignisses. Es war aber wenig zu sehen. Man konnte nnr die Spur einer großen Antilope und einige Furcheu im Grase feststellen. Während wir noch den Boden untersuchten, rief ein Soldat, der die Spuren weiter verfolgt hatte und durch das Aufflattern einiger Böget aufmerksam geworden war, plötzlich von weitem: „Herr, komm hierher, hier liegt ein Waldhuud, eiu inlzua-va-muiw". Ich eilte hinzu uud fand die frischen Überreste eines von Geiern schon halb verzehrten Hyänenhundes. Augenscheinlich war er von einer unserer Kugeln getroffen und hatte sich bis zn jener Stelle geschleppt, wo er verendet war. Die Verfolger der Antilope waren also Hyänenhnude gewesen. Das war des Rätsels Lösung.
Morogoro.
Am ^usze dco Ulugnrn-Gebirges hatte ich eines Morgens im November 1893 Rast gemacht. Meiue Karawane lagerte an einer Stelle im Walde, wo eiu leise murmeluder Bach den Weg kreuzte. Auf der ganzen Landschaft lag eine friedliche Stimmung. Durch die sich leicht im Winde bewegenden Gipfel der hohen Bänme schössen hin und her die Sonnenstrahlen und fuhren wie spielend in leuchtende» Gebilden über deu mit kurzem Gras bewachsene» Bodeu. Im Schntteu über dem Gewässer wirbelte wie Schneegestöber eine Wolke von weißen und bnnten Schmetterlingen durcheinander. Und zwischen den Bäumen hindurch erblickte man das dunkle Bergmassiv, das wie eine blcme Wand gen Himmel strebte.
„Willst Du nicht die Simbcimuene besuchen, Herr?" sagte zu mir mein Kirongosi Hamiß, der unbemerkt sich mir genähert hatte. — „Wie, sind wir ihr denn so nahe?" fragte ich erstaunt. — „Ihr Dorf liegt kaum zehn Minuten von hier", entgegnete der Mann. — Mit den Worten: „Gut, gehen wir",