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Dar-es-salaam : Bilder aus dem Kolonialleben / von A. Leue
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sitzen bleibe»; und ein Irrenhaus gab es in Deutsch-Ostafrika nicht. Schon wollte ich sie nach Kilwa Kisiwaui zurücksenden. Da bot sich mir zufällig eine Gelegenheit, sie unterzubringen. In geschäftlichen Angelegenheiten kam ein Suahili zu mir, der mit seiner Sippe ans einer benachbarten Insel, ich glaube Sougo-Songo hieß sie, wohute uud sich und die Seinen durch Fischfaug ernährte. Dieser Fischer war ein energischer Mann, der es im Kampfe mit den Elementen verlernt hatte, sich vor Waschcmi und ihren Teufeleien zn fürchten. Auf mein Ersuchen erklärte er sich sofort bereit, die beiden Irren mit nach Songo- Songo zu nehmen, und für sie Sorge zn trageu. Die Pension ließ ich ihm für einen Monat im Voraus zahlen. Die Wcmyasfa machten auch keiue Umstände, und gingen willig mit.

Nach acht Tageu jedoch kehrte der Fischer zurück, mit der Meldung, daß die beiden Leute uächtlicherweise geflohen seien. Sie hätten sich eines seiner Fahrzeuge bemächtigt, und seien vermittels desselben nach dem Festlande gefahren. Am selben Tage auch zeigte mir der Akida von Samanga an, daß dort an der Küste ein leeres Auslegerboot aufgefunden sei. Wie sich herausstellte, war es das Eigentum des Songo-Songo- Fischers. -

Von dem Werwolfspaare aber habe ich nie etwas wieder gehört.

Die schwarze Hasche.

Herr Fritz Neumeister, der Bezirksamtincmn von Muninga in Deutsch-Ostafrika, hatte nachmittags nach Beendigung des Dienstes, das Amtskleid abgelegt, und sich in ein friedlich bürgerliches Gewand geworfen, um sich uunmehr den Freuden des Lebens hingeben und Meusch uuter Menschen sein zu können. Verguügt vor sich hinpfeifend kam er die Freitreppe seiner Wohnnng, des Bezirksamtsgebändes, herab, und gemäch-