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könne. Nachdem ich sie schließlich mit ihren Wünschen an die rechte Schmiede verwiesen, und ihr zu diesem Zwecke einige mit Adressen beschriebene« Briefkvuverts übergeben hatte, erhob sie sich und verabschiedete sich mit großem Wortschwalle. Die Sklavinnen holten ihre Laternen hervor; und die Dame klapperte auf ihren Holzsandalen von dannen. — Ich aber dnrfte nun meinen Fisch kalt genießen. —
Nach Beendigung des Abendessens stieg ich auf das flache Dach meines Hauses hinauf, um mich dort in der herrlichen Abendluft zu ergehen. Wie eine große goldene Scheibe hing der Vollmond am Himmel und übergoß die Welt mit seinem magischen Lichte. Es war so hell, daß man weit hinaus die Ufer des Flußes uud ebeuso die Hohen und Berge überblicken konnte. In wunderbar klarer Beleuchtung lag vor allem der Ort und seine Umgebung vor mir. Besonders eigenartig nahmen sich die fernen Palmgruppen aus, deren leise im Winde sich bewegenden Kronen den Eindruck hervorriefe», als beständen sie aus dem zartesten Spitzengewebe. —
Der Gedanke, daß ich dieses reizende Stück Erde vielleicht auf Nimmerwiedersehen verlassen müßte, stimmte mich trübe und warf einen Schatten auf meine Freude, den Heimatsurlaub antreten zu können. — Wäre es denkbar gewesen, ich glaube, ich hätte auf den Urlaub verzichtet und wäre in Lindi geblieben. An der Sache war aber uichts mehr zu ändern. Am folgenden Tage lief der Reichspvstdainpfer „Buudesrath" ein, uud führte mich hinweg. —
XwaKsri, schönes Lindi! Xvvalisii, liebliche Peri!
Afrikanische Werwölfe.
Es war in einer stürmischen Septembernacht des Jahres 1892 zu Kilwa Kiwinje. Mein Wecker, auf 2 Uhr gestellt,