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unmöglich, Wo hätte ich auch mit der Viehherde bleiben sollen?
Schweren .Herzens setzte ich meinen Marsch bis zum Dorfe Msassani fort, von wo aus ich einen den Rebellen un verdächtigen Eilboten nach Bneni schickte, mit der schriftlichen Anfrage, ob sich der Vermißte vielleicht bei der Bagamvyv- Abteilung befinde.
Die Antwort Gravenrenths, die noch am selben Abend in Dar-es-Salaam bei mir einlief, war, wie ich hier gleich vorausschicken will, daß Herr v. N. bei ihm in Kondntschi verblieben sei, weil er, durch die Sorge um eineu Verwundeten nochmals aufgehalten, uns in der Dunkelheit nicht habe einholen können. Unsere Angst um ihn war also unbegründet gewesen.
Die erbeutete Rinderherde, die rnnd 250 Haupt zählte, brachten wir glücklich nach Dar-es-Salaam. Wie Hamiß Mgan- da behauptete, befand sich eine Anzahl von Tieren darunter, die uns 9 Mouate vorher durch die Koudutschileute von der Gemeiudeweide geranbt worden waren. —
Wenige Tage später hörte ich, daß Kondntschi des Krieges müde, und daß Muini-Somari nach Sansibar entflohen sei. —
Kissiju.
Die im Januar 1889 bei Dar-es-Salaam zurückgeschlage neu Araber hatten sich, soweit sie sich nicht dem vor Bcigamoyv liegenden Buschiri angeschlossen, nach dem Süden des Bezirks verzogen. Einer ihrer Anführer, der Akida Matari von Kissiju, der im Gefecht vom 25. Januar verwundet worden war, hatte sich auf einer Kitanda (Negerbett) nach Hause tragen lassen; und seine Krieger waren ihm dorthin gefolgt, um sich bei ihm festzusetzen. Fast ein Jahr lang waren die Aufständischen in Kissiju unbehelligt geblieben. Und hätten sie sich nicht unliebsam