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Dar-es-salaam : Bilder aus dem Kolonialleben / von A. Leue
Entstehung
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Der Verlust der Aufständischen vor Dar-es-Salaam soll sich insgesamt auf rund 100 Tote und Verwundete belaufen haben. Unter den Toten befanden sich Kipilipili und Achmed bin Hinduau sowie andere bekannte Araber, unter den Ver­wundeten Seliman bin Sef und der Wali Matari von Kissiju.

Kondutschi.

Mitte Februar 1889 war ich, schwer erkrankt, durch S. M, S, Möwe von Dar-es-Salaam nach Sansibar gebracht, und dort ins Hospital geschafft worden. Am 5. März ging ich nach Deutschland auf Erholungsurlaub. Am 1. Juli trat ich in die Truppe des behufs Niederwerfung des Aufstandes in­zwischen neu geschaffenen Reichskommissariats ein und Anfang August 1889 übernahm ich als Chef meine alte Station Dar- es-Salaam.

Wenige Wochen darauf maschierte der Reichskommissar Major v. Wißmann mit 600 Mann zur Festigung der deutschen Herrschaft ins Innere, nach Mpapua, ab. Kaum war er fort, als hinter seinem Rücken die Aufständischen wieder ihr Haupt erhoben. Besonders rebellisch zeigten sich Bueni und Kondutschi, zwei zwischen Bagamoyo und Dar-es-Salaam liegende Küsten­plätze. Dies war um so gefährlicher, als das Gerücht ging, daß aus Mahenge große Mafiti-Horden unter Führung Buschiris gegen die Küste heranzögen. Es handelte sich also darum, die Aufständischen vor der Ankunft Buschiris zu zersprengen und zur Ruhe zu bringen. Bueni gehörte zum Bezirk Bagamoyo, Kondutschi zum Bezirk Dar-es-Salaam. Kondutschi, ein Ort von rund 1000 Einwohnern, hatte sich stets als Sklavenaus- fuhrplcch unliebsam bemerklich gemacht und war schon einmal von der Marine bombardiert worden.

Mir war dieser Ort infofern in fataler Erinnerung, als ich im Anfange des Aufstandes dort auf ein Haar den Rebellen