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der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft auch die Erlaubnis, außerhalb des sausibaritischeu Küstenstreifens, iu Usaramo, wo wir wenigstens unsere eigenen Herren waren, eine Zweigstation anzulegen. Damit trat mein Aufenthalt in Dar-es-Salaam in eine nene Phase. Aber schon damals, als ich noch dem Kadi Mohamed bin Seliman ausmalte, wie unter deutschem Regime sich die Hafeustadt Dar-es-Salaam prächtig entwickeln könnte, und wie iu diesem Falle an Stelle der öden Ruiueu sich Villen und Kaufhäuser erheben würden, hing drohend über unseren Häupten die Gewitterwolke des Aufstandes, die nur auf eineu günstigen Zeitpunkt wartete, sich zu entladen.
Pugu.
Das Herz schlug mir höher, als ich eines Morgens mit einer kleinen Karawane ans Dar-es-Salaam ausrückte, um in den mir noch unbekannten Bergen von Usaramo eine neue Au- siedlung zu begründen. Nachdem nur die hinter Dar-es-Salaam liegenden Dörfchen durchzogen hatten, marschierten wir auf der sogeuauuteu Mackinnvn-Road über Gougolaboto unch Pugu. Der Bau der Mackiunon-Road war zur Zeit Seyid Majid's von einigen Engländern in Angriff genommen worden, in dem Bestreben, dadurch den Karawanen-Verkehr nach Dar-es-Salaam hinzulenken. Als aber mit dem Tode des Sultans Dar- es-Salaam als Residenz aufgegeben wurde, gab mau auch den Weiterbau der Mackiunon-Road ans. Über eine Wegelänge von 30 bis 40 Kilometern war man überhaupt nicht hinausgekommen. Natürlich war im Jahre 1887, also nach zwei Jahrzehnten, die ursprünglich drei Meter breite Straße schon wieder so verwachsen, daß eigentlich weiter nichts als der Name von ihr übrig geblieben war. Sie teilte eben das Schicksal aller oder doch vieler ostafrikanischen Buschwege, deren Oberfläche nicht befestigt worden ist, der Barra-Barra's, von denen