Die Gründung von Dar-es-Salaam.
Am 17. Mai 1887 war unter Führung von Dr, Karl Peters die Expedition der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft in der Stärke von annähernd zwanzig Europäern in Sansibar angelangt. Jetzt kounte, nachdem in Deutsch-Ostafrika uach mehr als zweijährigem Ringen die Bahnen geebnet waren, die Kultivierung des Schutzgebietes in Angriff genommen werden. Die Frage war nur, wie dies geschehen sollte. Der moha- medanisch-arabischen Mißwirtschaft die christlich-europäische Zivilisation aufzupfropfen, war schwieriger, als man vermutet hatte.
— Wir begaunen damit, daß wir die bis dahin in der Kolonie angelegten Stationen ausbauten, und die durch diplomatische Verhandlungen uns gesicherten Vertragshäfen Dar-es-Salaam uud Pangani alsbald besetzten.
Mir persönlich wnrde der Auftrag zu teil, in Dar-es- Salaam eine Station anzulegen. Zu diesem Zwecke wurden mir sieben Europäer unterstellt, die ich zunächst damit beschäftigte, ans den Magazinen von Sansibar die Ausrüstung zu besorgen.
— Mit überlegenem Lächeln beobachteten die in Sansibar wohnhaften Europäer unser Tuu. Daß sie keinen Grund gehabt hätteu, sich über unsere Unerfahrenheit lustig zu machen, will ich nicht behaupten. Völlig unbekannt mit tropischen Dingen mochten wir uns ungeschickt uud schwerfällig genug benehmen. Standen wir doch den afrikanischen Verhältnissen gegenüber, wie etwa Rekruten dem ungewohnten Kriegsdienste. Bekanntlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Es will alles studiert und gelernt sein. — Heute, wo es in Berlin vorzügliche Ausrüstungsgeschäfte gibt, wo man auf prächtigen Reichspostdampfern nach Ostafrika reist uud dort überall gute Hotels und vortreffliche Wohnungen vorfindet, ist es keine Kunst, in der Kolonie wohl vorbereitet zu erscheiuen, nnd dort von vornherein mit Sicherheit aufzutreten. — Wir mußten aber alles
Leue, Dar-es-Salaam. 1