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1 (1909) Togo und Kamerun
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Die Pflanzenwelt.

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Sind es die tropischen Grundzüge des Temperaturganges, die namentlich die Gesundheit des Europäers bei längerem Aufenthalte bedrohen, so gibt es auch in Togo jene Krank­heiten, die, wenn sie auch nach unserer heutigen Kenntnis nicht unmittelbar mit der hohen Wärme und reichlicher Durch­feuchtung des Bodens in Zusammenhang stehen, doch in diesen Ländern häufiger und in schwereren Formen aufzu­treten pflegen als in kühleren Zonen der Erde. Es sind nament­lich die Malaria und die Dysenterie, die man zu den gefähr­lichsten Feinden der Kulwr auch in diesem Gebiete rechnen muß. Hängt die Dysenterie indessen wesentlich mit den Trink­wasserverhältnissen zusammen, die namentlich in der Küsten­gegend noch viel zu wünschen übriglassen, so scheinen in Lome die Malariaansülle neuerdings, seit man die die Krank­heit übertragenden Mücken energisch bekämpft, eine geringere Gefahr gegen frühere Jahre zu bedeuten. Leider ist in jüngster Zeit auch das Gelbfieber in einzelnen Fällen aufgetreten. Unter den Eingeborenen tritt ferner eine der wichtigsten Infektionskrankheiten unkultivierter Länder, der Aussatz, auf, dessen Bekämpfung mit der Begründung eines Aussätzigen- heims im Jahre 1906 in neuzeitlicher Weise begonnen hat.

Die Pflanzenwelt Nutzpflanzen.

Sind auch die Einzelformen des Pflanzenreiches, die wir in Togo treffen, echt tropische, so fehlt dem Lande gleichwohl jene Üppigkeit des Massenwuchses, jenes in großen Wald­zonen sich drängende Leben, an das der Europäer unwill­kürlich denkt, wenn von einem äquatorialen Lande die Rede ist. Zwar erweckt schon der Küstenstreifen mit seinen Be­stünden von Kokospalmen und mit seinen an manchen Stellen sich findenden Mangroveansammlungen das Interesse des Ankömmlings, aber es fehlt ihn: doch das Anziehende, das der geschlossene Wald auch dem Flachlande zu verleihen

Dove, Die Deutschen Kolonien. 2