Tie Kolonien europäischer Völker lassen sich in zwei große Gruppen sondern, in tropische und in außertropische. Die Bedeutuug der zuletzt genannten beruht dariu, daß der Weiße iu ihuen dauernden Aufenthalt zu nehmen vermag, ohne seine Gesundheit zu schädigen. Sie sind es daher, die mit der Zeit in einen dem europäischen sehr ähnlichen Zustand übergeführt werden, die allein zu vorwiegend von Europäern besiedelten Ländern werden tonnen. Auch Deutschland besitzt ein solches größeres, für unsere Landsleute bewohnbares Gebiet in seiuer südwestafrikauischeu Kolonie, die in einem späteren Bande dieser Sammluug behandelt werden wird.
Aber auch die tropischen Kolonialländer sind keineswegs in wirtschaftlichem Sinne völlig gleichartig. Je nach der Dichte und der Kultnrhöhe der Eiugeborueubevölkeruug wird iu dem einen Gebiet vornehmlich diese selber als Erzeuger wichtiger Rohstoffe uud als Abnehmer fremder Waren in Betracht kommcu, iu dem anderen, an Menschen ärmeren, wird dagegen selbst bei gleicher natürlicher Fruchtbarkeit der Weiße die Gruudlagen eiues lebhafteren Handelsverkehrs schaffen müssen, iudem er selbsttätig Rohstoffe hervorbringt uud so ganz allmählich auch deu Farbigeu zu einer höheren wirtschaftlichen Stufe emporführt. Die erste dieser Arten von Tropeuläudern würde man als vorwiegende Handels- laudscbaft, die zweite, unmittelbarer vom Bedarf des Mutterlandes beeinflußte als Plautageukolonie bezeichueu köuucu, uud wie Britisch-Jndien das wichtigste Beispiel für jene, so ist etwa das Zuckerland Mauritius als ein solches für diese zu ueuueu. Selbstverständlich wird in jedem größereu Trvpeu- gebiet iu der Regel sich teiue scharfe Treuuuug uach diesem