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bewilligte der Verein als einmaliges Geschenk 2000 Franken und einen Jahresbeitrag von 1000 Franken. Das sind erfreuliche Zeichen für das Wohlergehen und den patriotischen Sinn unserer Landsleute an den Ufern des Nil.
Die Deutschen in Südafrika.
Die äusserste Spitze des afrikanischen Kontinentes nach Süden zu hat ein stammverwandtes Volk vor mehr als 200 Jahren besiedelt. Die eifersüchtige Handelsgesellschaft, welche
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hier eine Zwischenstation für ihre Schüfe auf der Fahrt vom Mutterlande zu den Besitzungen in Ostindien errichtete, schloss indes alle Ausländer, ja zum Teil die eigenen Landsleute aus. Deutsche kamen erst hierher, nachdem die Engländer das Land in Besitz genommen und in den wiederholten Kämpfen gegen die das kolonisierte Gebiet stets mit neuen Einfällen bedrohenden Kaffern die Notwendigkeit gesehen hatten, die Grenzen durch eine Postenkette zu schützen. Man hatte während des Krimkrieges eine Anzahl Deutscher zu einer Fremdenlegion angeworben; über die nächste Umgebung Londons war dieselbe indes niemals hinausgekommen. Man dachte sie nun zu einem Grenzkordon in der Kapkolonie zu verwenden, nachdem die dortigen englischen Ansiedler sich für diesen Zweck als ungenügend erwiesen hatten. Im Süden der Stormberge breiten sich grasreiche Ebenen aus, durchzogen von Bergzügen und bewaldeten Kloofs, geeignet sowohl für Ackerbau wie für Viehzucht. Die Flüsse Kai und Buffalo ziehen sich durch dieselben zum Meere hin. Hier wurden die deutschen Legionäre angesiedelt. Sie sind nie in die Lage gekommen, ihrer Kriegspflicht genügen zu müssen, viele sind nach Indien u. a. O. fortgezogen, die Zurückgebliebenen sind über ganz Südafrika zerstreut. Die erste grössere deutsche Einwanderung fand 1858 statt; damals wurden gegen
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2000 Landleute aus Norddeutschland auf Kosten der eng-
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lischen Regierung nach dem Kap befördert. Sie siedelten