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W inkel, der in Bezug auf rmisivisches Völkergemenge kaum seinesgleichen irgendwo auf Erden finden kann, gründeten sie in der Nähe von Tultscha 'eine aus mehreren Dörfern und Ansiedelungen bestehende Gemeinde. Sie haben sich unter türkischer Herrschaft recht wohl befunden, aber dennoch war die Freude gross, als ihr Stückchen Land durch den Berliner Vertrag in den Besitz eines christlichen Staates kam. Allein diese Freude ist ihnen, wie schon gesagt, gründlich vergällt worden. Und es ist auch nicht die Forderung, der Militärpflicht zu genügen, welche sie forttreibt, sondern die Willkür rumänischer Verwaltungsorgane gegen eine Anzahl braver fleissiger Familien, deren ganzes Vergehen darin besteht, das* sie Deutsche sind und Deutsche bleiben wollen,
Im türkischen Reich.
Schon seit vielen Jahren haben sich Deutsche, namentlich Deutsch-Österreicher, in den grossen Handelsplätzen des ottomanischen Reiches, in Europa sowohl als Asien als Kaufleute und Handwerker niedergelassen. In Konstantinopel zählt die deutsche Bevölkerung mehrere Tausende und schliesst über 40 Geschäftshäuser ein. Hier erscheint auch eine deutsche Zeitung. In Adrianopel leben 25 deutsche Familien, eine deutsche Schule ist hier von einer Ordensgemeinschaft eingerichtet worden. In Salonichi sind das Deutsche Reich, Österreich und die Schweiz je nur durch ein Geschäftshaus vertreten, aber an der Linie Salonichi-Mitrowitza sind 30 deutsche Eisenbahnbeamte angestellt. In Ostrumelien leben gegen 100 deutsche Familien, einige der ersten Regierungsbeamten sowie der Oberstkommandierende der Armee sind Deutsche.
In Smyrna bestand eine deutsche Kolonie schon im 17. Jahrhundert, als durch die mächtige holländische Gesellschaft, eine schwedische und dänische, dann durch die grosse englische Levant-Company die verödeten Küsten Kleinasiens wieder