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Bänden, wertvollen Handschriften und Inkunabeln. Die Gym- nasialbibliptheken zu Kronstadt, Schässbürg, Bistritz und Mediasch zählen je 10000 Iiis 12 000 Bände. Kleinere Bücher- Sammlungen haben Mühlbach und Sächsisch-Regen, ferner Reps, Schenk, Schelk, Heitau, Agnetheln u. a.
Der Verein für siebenbürgische Landeskunde hat eine ausserordentliche Thätigkeit entfaltet. Ausser seinem, jetzt 2U Bände umfassenden Vereinsarchiv und einem Korrespondenzblatt hat derselbe die Herausgabe einer langen Reihe
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von Werken veranlasst und unterstützt, welche für die Geschichte wie die Kenntniss der natürlichen Verhältnisse des Landes die wertvollsten Beiträge geliefert haben.
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Von Zeitungen besitzt Hermannstadt zwei täglich erscheinende, Kronstadt eine solche, in Schässburg und Bistritz Averden Wochenblätter herausgegeben. Mit Theologie und
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Pädagogik beschäftigen sich zwei Publikationen.
Die Zahl der siebenbürgischen Sachsen wurde 1870 auf 224 289 Seelen berechnet, die Volkszählung vom 31. Dec. 188 ) ergab nur 201 713 Deutsche, wobei allerdings die des Sprechens noch nicht kundigen Kinder unberücksichtigt geblieben sind. Eine Abnahme ist trotzdem aber wohl sicher anzunehmen. Sie niuss auf den von uns schon gerügten Missstand zurückgeführt werden.
Die Deutschen im Gebiet der Slowaken.
Es ist dies ein weitausgedehntes Gebiet, das sich ohne erhebliche Unterbrechung über das nördliche Ungarn erstreckt zwischen den Karpaten im Norden und einer Linie im Süden, die von Pressburg bis Unghvar zu ziehen ist. In dieser von Deutschen schon früh besetzten Gegend stand das deutsche Volkstum vordem in hoher Blüte, heute aber bietet das nordwestliche und nördliche Ungarn nur noch eine Trümmerstätte: aus der vorwiegend slowakischen Masse ragen nur noch ein-
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