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Deutsche Kolonien : ein Beitrag zur besseren Kentniss des Lebens und Wirkens unserer Landsleute in allen Erdteilen / von Karl Emil Jung
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wird vorwiegend von Deutschen bewohnt. Ebenso bilden in den Marktflecken Siklös, Mohäcs, Szekcsö u. a. die Deutschen den grössten oder doch einen erheblichen Teil der Bewohner. Eine in Fünfkirchen erscheinende deutsche Zeitung sorgt dafür, dass das leider schon stark geschwächte Deutschtum soviel wie möglich erhalten werde.

Die Deutschen in der Bacska und im Banat.

Östlich von dem vorigen, getrennt durch die weiten Nie­derungen der Donau, liegt der sumpfige und daher ungesunde, aber äusserst fruchtbare Strich der Bacska, der südliche Teil des Komitates Bacs - Bodrog. Donau und Theiss fassen den­selben auf drei Seiten ein, der Franzens-Kanal zieht von dem Hauptstrom zu dem gleichartigen Nebenstrom und ermöglicht die Ansiedelung in den niederen, wasserreichen Landschaften. In den nördlichen Teil des Komitats dringt schon das Steppen­gebiet der Puszta hinein und nur vereinzelt sehen wir hier die Höfe von Ackerbauern, auch deutschen, in dem unermess- lichen Weidegebiet.

Der türkischen Grenze nahe wurde dieser Distrikt mehr als einmal furchtbar verwüstet. Erst der Friede von Karlo- witz sicherte diesen Landesteil der habsburgischen Herrschaft und nun traf man auch sogleich Vorkehrungen, das verlassene Land, die Beute von Sumpf, Morast, Wald und Weide der Kultur zurückzugewinnen, das nach dem Verschwinden der Fa­milien, welche vordem hier gewohnt hatten, als herrenloses Gut der Krone anheimgefallen war.

Solange der siebenjährige Krieg die ganze Aufmerksam­keit der grossen Kaiserin Maria Theresia beanspruchte, konnte von Staatswegen wenig geschehen. Doch finden wir schon vor Beendigung desselben eine nicht geringe Zahl deutscher Ortschaften, die an der Donau sich südwärts ausbreiten. Nun aber der Friede geschlossen und eine grosse Anzahl von Sol-