— 240 —
Die Ansiedelungen im westlichen Donauland.
Eine Postenkette von kleinen deutschen Sprachinseln verbindet die vorerwähnten deutschen Ansiedelungen mit den deutschen Kolonien am Bakonyer Wald, bei Budapest und durch diese wieder mit der grossen Sprachinsel im Donau- Drau-Winkel.
Es ist ein schönes und fruchtbares Gelände, in seinem nördlichen Teile von den zahlreichen, kleinen isolierten Berggruppen erfüllt, welche man eigentlich nur in seinem südlicheren Teile, dessen vulkanische Gipfel mit Weinbergen bedeckt sind, Bakony nennt. Auch das von diesem durch den langgestreckten Plattensee oder Balaton geschiedene Dreieck zwischen Donau und Drau wird von einem mit lieben reich besetzten Hügelland erfüllt. Sümpfe verderben nach Osten zu die niederen Ebenen, durch welche die Donau, kaum von Ufern eingeschlossen, trägen Laufes dahinzieht. Dichtes Schilfdickicht, hin und wieder ein schmaler Streifen Hochwald verstecken den ruhigen Spiegel vor den Augen der Reisenden. Im Süden verschmilzt die breite sumpfige Niederung des Hauptstromes mit den Ufern der von Westen her einfallenden Drau.
Die ganze Gegend ist, abgesehen von den Sumpfgegenden, meist anmutig und fruchtbar und gehört jetzt mit zu den am dichtesten bewohnten des freilich noch recht schwach bevölkerten Landes. Aber noch vor 150 Jahren war dasselbe nicht viel besser als eine Wüste. Nach einer aus dem Jahre 1722 datierten Beschreibung standen damals unter Kultur im Veszprimer Komitat von 937 000 Joch nur 240 000, im Stuhl- weissenburger von 765 000 nur 187 U00, im Tolnauer und Baranyaer von 1 0!)3 000 und 1 718üOO Joch sogar nur 150000 resp. 420 000. Und so wenige Kauflustige fänden sich für den an die Krone anheimgefallenen Boden, dass der Armee-