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Deutsche Kolonien : ein Beitrag zur besseren Kentniss des Lebens und Wirkens unserer Landsleute in allen Erdteilen / von Karl Emil Jung
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Die Ansiedelungen im westlichen Donauland.

Eine Postenkette von kleinen deutschen Sprachinseln ver­bindet die vorerwähnten deutschen Ansiedelungen mit den deutschen Kolonien am Bakonyer Wald, bei Budapest und durch diese wieder mit der grossen Sprachinsel im Donau- Drau-Winkel.

Es ist ein schönes und fruchtbares Gelände, in seinem nördlichen Teile von den zahlreichen, kleinen isolierten Berg­gruppen erfüllt, welche man eigentlich nur in seinem süd­licheren Teile, dessen vulkanische Gipfel mit Weinbergen be­deckt sind, Bakony nennt. Auch das von diesem durch den langgestreckten Plattensee oder Balaton geschiedene Dreieck zwischen Donau und Drau wird von einem mit lieben reich besetzten Hügelland erfüllt. Sümpfe verderben nach Osten zu die niederen Ebenen, durch welche die Donau, kaum von Ufern eingeschlossen, trägen Laufes dahinzieht. Dichtes Schilfdickicht, hin und wieder ein schmaler Streifen Hoch­wald verstecken den ruhigen Spiegel vor den Augen der Reisenden. Im Süden verschmilzt die breite sumpfige Nie­derung des Hauptstromes mit den Ufern der von Westen her einfallenden Drau.

Die ganze Gegend ist, abgesehen von den Sumpfgegenden, meist anmutig und fruchtbar und gehört jetzt mit zu den am dichtesten bewohnten des freilich noch recht schwach be­völkerten Landes. Aber noch vor 150 Jahren war dasselbe nicht viel besser als eine Wüste. Nach einer aus dem Jahre 1722 datierten Beschreibung standen damals unter Kultur im Veszprimer Komitat von 937 000 Joch nur 240 000, im Stuhl- weissenburger von 765 000 nur 187 U00, im Tolnauer und Baranyaer von 1 0!)3 000 und 1 718üOO Joch sogar nur 150000 resp. 420 000. Und so wenige Kauflustige fänden sich für den an die Krone anheimgefallenen Boden, dass der Armee-