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siedelungen im westlichen Donauland, die Schwaben in Siebenbürgen, endlich die Deutschen im Gebiet der Slowaken südlich von den Karpaten, von Pressburg bis Ungvar.
Die Hienzen und die Heidebauern.
An der westlichen Grenze Ungarns gegen Niederösterreich und Steiermark zieht sich von der Donau südwärts bis zur Raab ein breiter Streifen kompakter deutscher Ansiedelungen, im unmittelbaren Anschluss an die stammverwandten Bewohner des cisleithanischen Gebietes, von denen sie sich indes in vielem sehr bedeutend unterscheiden. Auch trennen sich die hiesigen Deutschen in zwei bestimmte, ilirem Ursprung nach verschiedene Gruppen: die Hienzen und die Heidebauern.
Wie schon anderen Ortes erwähnt, führte Karl der Grosse bayerische Ansiedler in diese, damals zur Ostmark gerechneten Gegenden, welche erst später davon getrennt wurden und seitdem bei Ungarn verblieben. Diese deutschen Kolonien überlebten auch die magyarische Invasion, aus Deutschland zurückgeschleppte Gefangene halfen wohl zu ihrer Verstärkung. Und die wiederholten Kriegszüge des grossen Saliers Heinrichs III. brachten gleichfalls viele deutsche Elemente in diesen von ihm besetzten Strich. Von ihm leiten die Hienzen, als „Heinrichs Leute", ihren Namen ab.
Die Hauptorte der Hienzen sind Ödenburg, das durch seinen Wein berühmte kleine Rust, Eisenstadt und Grüns, alle überwiegend durch Deutsche, Katholiken wie Protestanten, bewohnt. Hauptbeschäftigung ist Viehzucht und Ackerbau und, wo Wald vorhanden, auch Kohlenbrennerei. Allerdings wird der Landbau noch wenig rationell betrieben, doch war er vor Befreiung des bäuerlichen Grund und Bodens hier immer schon lohnender als anderwärts, wo die fünfte Garbe von Weizen, Roggen, Hafer, Gerste und Flachs gegeben wurde, während die Esterhazy, Batthyany, Palfty u. a., welche