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Die Inselgruppen des Stillen Oeeans
sind zum allergrössten Teile mit deutschen Niederlassungen besetzt, welche die grosse Hamburger Handelsfirma Johann Cesar Godeffroy auf ihnen errichtete. Andere Firmen, wie die von Hernsheim auf den Marschallinseln, von Rüge & Co. auf der Samoagruppe, der Societe commerciale de TOceanie, Heedemann, Wachsmuth & Krogmann nahmen auf der einen oder der anderen Insel Platz und auf den Viti-Inseln bildet das deutsche Element schon einen ansehnlich und beständig wachsenden Teil der Bevölkerung. Darum ist zur Wahrung deutscher Interessen auf Viti auch ein deutscher Konsul bestellt, ebenso wie auf Jaluit und auf Tahiti, wo jetzt 40 Deutsche leben.
Die Samoagruppe ist das Centrum der deutschen Handelsbeziehungen in der Südsee, weil hier die Gesellschaft, welche an Stelle des Hauses Godeffroy trat, ihren Sitz hat. Auch ist Apia, der Hauptort der Gruppe, dem deutschen Generalkonsul für die Südsee als Residenz angewiesen worden. Allein von einer eigentlichen deutschen Kolonie kann kaum die Rede sein, da die Beamten der genannten Gesellschaft sich nicht allein aus Deutschen, sondern auch aus Engländern rekrutieren und die Arbeiter sämtlich Melanesier oder Polynesier sind. Man wird das deutsche Anwesen besser eine Faktorei zu nennen haben.
Eine grössere deutsche Kolonie finden wir aber auf Hawaii. Nach der letzten Zählung von 1878 gab es in dem kleinen Inselreiche 272 Deutsche, seitdem sind noch mehr zugezogen, so 1881 und 1832 aus Hannover, Thüringen u. a. einige hundert Landleute, um auf den Zuckerplantagen der Insel Kauai beschäftigt zu werden. In Honolulu, wo etwa 120 Deutsche meist als Kaufleute leben, tritt das Deutschtum besonders erfreulich in den Vordergrund. „Es war mir eine äusserst angenehme Überraschung", sagt der Rei-