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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika / nach persönlichen Berichten bearb. von Friedrich von Dincklage-Campe. Mit zahlr. Portr. und Ill. nach Orig.-Photogr. und Zeichn. von C. Becker ...
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bemerkte ich einen dunkeln Körper, der sich noch zu bewegen schien. Ich ging auf denselben zu und fand auf der Erde einen toten Herero und eine scheinbar noch lebende Hererofrau. Ich hob die Felldecke, die ihren Körper bedeckte, ein wenig in die Höhe und gewahrte an der Brust der toten Mutter ein kleines Kind, welches ängstlich wieder die Decke an sich zog nnd sich an die kalte Brust der Mutter schmiegte. Armes Kind! Ich nahm es mit mir in das Lager und übergab es einer der gefangenen Hererofranen.

Gleich darauf bot sich mir ein nicht minder ergreifendes Bild dar. Ein schwer verwundeter Freund (Leutnant Eggers, später im Gefecht von Owikokvrero 1904 gegen die Hereros gefallen) wand sich in Schmerzen und sehnte sich nach Erlösung von seinen Leiden. Es wollte an diesem Tage keine rechte Siegesfreude über mich kommen.

Als sich der Abend über die Ebene von Otjunda neigte, begruben wir unsere Toten.Jesus meine Zuversicht" ertönte es von der kleinen Kapelle unserer Schutz­truppe, ein stilles Gebet vor den sich schließenden Gräbern und ein Hoch!" auf unsern Allerhöchsten Kriegsherrn beendete die Arbeit des TageS.

C. von Perbandt, ehem. Hauptmann der Kaiscrl. Schutztrnppe f. D.-Südwestafrika.

5 ^ Lcutwein,

-z- Generalmajor a. D, und Gouverneur a. D.

Ein alter Veteran.

Den Aufzeichnungen eiues alten Veteranen ist der nachstehende Bericht entnommen; leider können wir, des Raumes wegen, nur einen kurzen Auszug veröffentlichen.

Am 19. Mai 1893 standen wir unter Hauptmann von Fran^vis in Hornkranz. Nach einigen kurzen Gefechten mit den Hottentotten beschloß der Führer, in der unvollendeten Kirche von Hornkranz, einem Mauerviereck, eine Besatzung zurückzulassen, um die entflohenen Feinde, wenn sie in ihr altes Lager zurückkehrten, gebührend zn empfangen, während er mit der Truppe uach Windhuk abrückte. 24 Freiwillige und 3 Unteroffiziere erklärten sich bereit, den schwierigen Posten zu übernehmen. Am 20. trat die Truppe den Rückmarsch an. Nicht lauge sollten wir den Feind erwarten; schon nach kurzer Zeit zeigten sich sechs feindliche

Deutsche Reiter iu Südwest. 61