Druckschrift 
Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika / nach persönlichen Berichten bearb. von Friedrich von Dincklage-Campe. Mit zahlr. Portr. und Ill. nach Orig.-Photogr. und Zeichn. von C. Becker ...
Einzelbild herunterladen
 

468

W > »v, '

H. Rehbock.

Wir waren 9 Mann beim Maschinengewehr. Die 2 Zentner und die dazu gehörigen 10iw Reservepatronen mußten beim steilen Aufstieg getragen werden, außerdem noch das eigene Gewehr, den Patronengurt und natür­lich die Feldflasche. Laugsam, von Felo zu Feb> kletternd, kamen Ivir vorwärts. Mitnnter erschien es unmöglich, die Steinblöcke mit der schweren Lasl -,u überwinden, aber es ging doch. Zuerst ein Mann biuauf, der zog den nächsten am Kragen nach; dann wurden die Tragegurten znsamuieugebuudc» und Niewelw nnd Patronen hinaufgezogen. War die Arbeit vollbracht, ging's weiter zur nächsten Klippe. Die Sonne brannte entsetzlich ans daS Gestein. Die.Feldflaschen waren bald leer. Aber was Hals's? Wir waren wie aus dem Wasser gezogen. Immer höher hinauf Klippe für Klippe! lind dann kam noch eine riesige Felswand, die gar nicht zu ersteigen schien auch uicht mit Hilfe der Compagnie. Wir warcu uoch lauge uicht aus der Spitze des Berges, aber weiter gmg's nicht. Wir brachten unser Gewehr in Gefechtsstcllnng, nnd dann trat eine unendliche Mattig­keit ein. Aber die Spannung blieb doch! Welch ein Anblick von da oben! Von unserem Fels ans sahen wir in der Ferne die Kämpfe der Abteilungen von Estorff, von Mühleufels, nud g.iuz fern von der Heyde. Geschützdonner, Gewchrtuatteru traf unser ^hr ununterbrochen. Große Viehherden, von Schwarzen getrieben, zogen staubanswirbelnd davon. Granaten sanstcn dazwischen. Rauchsäuleu breunendcr Pontoks! Lange Glasflächen gerieten in Brand. Wir sahen die Kapitäne, hoch zu Nosz, mit der Peitsche die Untertanen vortreiben. Wir aber mußten fünf Stunden lang uutcitig bleiben. Da plötzlich tomint nnten eine Hererobande mit Vieh vor uns in Sicht, und sofort rollt unser Feuer aus dem Versteck vernichtend. Was noch lebt, flieht! Drei Hereros und das gesamte Vieh fallen in unsere Hände.

Die Sonne sank. Ein Blick noch aus das Tal des Kampfes! Wie mcmcher Kamerad nnd Freund mochte dort den Heldentod sterben?

Dann unser mühsamer Abstieg.

H. Nehbock,

ehem. im Maschinengewehrzng Namutoni der Kaiser!. Schutztruppe f. D.-Südwestafrikci, z. Zt. Helmstadt.

Überfall von Ochsenwagen.

Am Gausobrivier, 22. April 1906.

Die 6. Kompaguie 2. Feldregiments, von Benti- vegni, hatte den Auftrag, die Karrasberge von zurück­gebliebenen Hottentotten zu säubern und marschierte am Sonnabend, den 22. April 1906, am AbHange des Gebirges

Reiter Heinrich Schulz.