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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika / nach persönlichen Berichten bearb. von Friedrich von Dincklage-Campe. Mit zahlr. Portr. und Ill. nach Orig.-Photogr. und Zeichn. von C. Becker ...
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Am Totenhngel von Sperlingsptttz.

Endlich, am 3. Jnni 1906 Pfingsten trafen wir, die Abteilung von Frey­hold, bei Sperlingspütz auf den Feind. Es fielen Schüsse. Als Spitze hatten uns die Hottentotten auflaufen lassen.Jetzt gibt's ein Pfingstschicßeu!" rief ich einem Kameraden zu. Also herunter von den Tieren und auf den rechts vor uns liegenden Bergrücken, Ober­leutnant Danncrt voran. Oben waren wir zwar, aber gegenüber lag, gut eingerichtet, der Feind in großer Überzahl. Zeigte sich ein Hut bei uns, war auch schou das Blei da. Nichts zu sehen! Das Feuer rief die Abteilung eilig herbei! Eilig? Du lieber Gott, die Reiter mußten teilweise die übermüdeten Tiere schieben! Dann, neben unS die 3. Kompagnie des Oberleutnants Müller von Berneck zum Sturme! Gcwehrknattern, Geschützdonner, das Aufschreicu Verwundeter! Wunderbar heller Mondschein beleuchtet den entbrennenden Kampf. Unsere ganze Linie rückt vor dem Feinde auf den Leib'. Der weicht zurück das Feuer schläft nach und nach ein. Aber wir bleiben wach. Wir haben nichts als ein Stück trockenen Brotes und dazu die Eiseskälte der afrikanischen Nacht! So kam der Morgen. Von neuem entbrannte der Kampf. Die Gcbirgsgcschütze und Maschinengewehre donnern und rasseln. Jetzt ertönt Major von Freyholds Kommando:10. Kompagnie rechts um­fassen!" Sofort eilt Oberleutnant Danncrt uns allen voran. Ein furchtbares Flcmken- feuer! Nur 12 Gewehre erreichen die rechts vor uns liegende Kuppe. Gefreiter Bern eck wird getroffen, ich knie neben ihm, und während ich seine Wnnde untersuche sällt ein Hagel von Geschossen. Wir sind umgangen abgeschnitten. Ein heftiger Schlag! Ich habe einen Schuß im rechten Fuß. In Deckung? Ja, wo? Jetzt wird auch Oberleutnant Dannert verwundet. Ich suche, selbst hiukend, ihn in eine geringe Deckung zu bringen. Als das geschehen, blieb ich in seiner Nähe. Eben habe ich eineu schwarzen Kopf auf dem Korn, da wird mein linker Arm mit festem Ruck weggerissen. Ich rufe laut auf vor Schmerz:Herr Oberleutnant, mein linker Flügel ist kaputt!" Und jetzt wird auch Leutnant von Abendroth verwundet: Gefreiter Brunner, Ulrich und Reiter Berndt werden tödlich

getroffen. Berndt leidet furchtbar:Grüßt meine arme Mutter!" Oberleutnant Dannert sucht ihn zn trösten, ihm Hoffnung zu machen dann trifft auch ihn das tödliche Blei. Ich bin dann eingeschlafen, mitten im verzweifelten Kampfe Wohl vom Blut­verluste. Plötzlich erwache ich und sehe auf zehn Meter die schwarzen Schlangen mit blitzenden Augen heran­kriechen.Feuern!" ruft unser Führer. Es war sein letzter Ruf. Drei Schüsse fallen, und drei Schwarze wälzen sich im Blute. Jetzt fällt auch Leutnant von Abendroth, mein tapferer Zugführer. Ich suche mich zu erheben; eine Kugel schlägt durch meinen Hut ich breche zusammen. Von neuem bemühe ich mich aus dem Kugelregen zurückzukriechen. Man kann ja viel, Wenn's ums Leben geht! In Hörweite vor der feuernden Kompagnie falle ich abermals nieder. Unteroffizier Heider holt mich zurück, dcs eigenen Lebens nicht achtend. Dann wird die Höhe genommen, auf der wir eingeschlossen waren. Unsere Ternwnt Paul Fcller. Offiziere, unsere gefallenen Kameraden waren entkleidet.