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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika / nach persönlichen Berichten bearb. von Friedrich von Dincklage-Campe. Mit zahlr. Portr. und Ill. nach Orig.-Photogr. und Zeichn. von C. Becker ...
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kaum darauf. Nur der Sanitätssergeant waltete im Kugelregen seines Amtes. Im Nu war die Munition von den Protzen und der Karre herangebracht, und dann begann ein eifriges Suchen, mit und ohne Glas, nach dein Feind. Aber menschenleer schien die weite, mit niedrigem Dornbusch bestandene Ebene. Nicht einmal das geringste Nauchwölkchen war zu sehen. Nur die Richtung, aus der die Schüsse kamen, fühlte man deutlich heraus. Das war auch vorerst genug. Mit Schrapnells-Brennzündern feuerten wir dorthin und legten so lange an Entfernung zu, bis auf einmal das feindliche Feuer schwieg. Jetzt hatten wir sie. Noch ein paar Schüsse, dann Feuerpause! Denn was half es, gegen Leute zu schießen, die sich hinter unsichtbaren Deckungen verkrochen. Günstigere Gelegenheiten mußten kommen! Daß dies das letzte Gefecht sein werde, konnte man sehr bezweifeln, und an einen Ersatz der ohnehin knappen Munition war nicht zn denken. Und richtig, nach einiger Zeit bekam man drüben wieder Mut und schoß, wenn auch vorsichtiger. Da fegten wieder die Schrapnells hin, bis Ruhe ein­trat. Nun erhielten wir Feuer aus der linken Flanke. Es war eigentlich der dort kämpfenden Kompagnie Ritter uud der Halbbatterie Stuhlmaun zugedacht, ging aber über diese hinweg. Alle entbehrlichen Leute der Bedienung mußten nun in den Geschützzwischenräumen ausschwärmen, um mit dem Karabiner wegzuschießen, was sie vom Feinde sahen; denn einzelne Schützen mußten ganz nahe liegen. Gleichzeitig wurde dadurch gegen das Flankenfeuer ein schmaleres Ziel gebildet. Im trockenen Dornbusch raschelte es jetzt häufiger, immer zahlreicher wurden die kleinen Sandwöllchcn, die um uns aufwirbelten. Das leise, geschwinde Zischen des modernen Kleinkalibers mischte sich mit dem Sausen der Geschosse älterer Koustruktion. Dann hoben sich wohl die Leute vom Bodeu und meinten grimmig:Wenn man nur einen sähe, dem würde man's schon geben!"

. Der feindliche rechte Flügel verlängerte sich inzwischen bis in unsern Rücken hinein, und bald kamen anch von dort die Kugeln. Ab und zu konnten wir dort sogar einen Witbooi sehen. In solchen Fällen hat man den sehnlichen Wunsch, den unverschämten Kerlen eins auf die Nase zu geben, besonders wenn man seinen eigentlichen Feind nicht sieht und sich ihm überlegen weiß. Unsere Wünsche gingen bald in Erfüllung.

Die 8. Compagnie greift den feindlichen rechten Flügel an. Die Gebirgsartillerie begleitet den Angriff!", So hieß der freudig begrüßte Befehl. Jetzt ging es in die zweite Stel­lung, in die Schützenlinie der braven Kompagnie! Auch hier wurden wir im Auffahren heftig beschossen. Ein Kaffer, der beim ersten Geschütz alsTauleiter" das vorderste Ochsenpaar führte, fiel vor Schreck auf die Erde. Doch ruhig setzte der Gespanuführer, ein langer Bur mit deutschem Namen, seine riesige Peitsche in kreisende Bewegung. Klatschend traf sie, und der Schwarze flog mit ungeahnter Elastizität wieder empor.

Kaum waren wir in Stellung, da setzte der Feind eiuen Gegenangriff an. Endlich konnte man nun gegen sichtbare Ziele schießen, und bald machten die Hottentotten kehrt. Im Zurückweichen mußten sie eine Düne überschreiten. Dies sah die Batterie, ließ von ihrem bisherigen Ziele ab und verwandelte mit ihren wirksamen Breunzündcrsalven den feindlichen Rückzug in Flucht.

Die Gebirgsgcschütze hatteu nun ihre Feuertaufe erhalten.

Groos,

ehem. Oberleutnant der Kaiserl. Schutztruppe f. D.-Südwestafrika.

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Aus umstellter Kuppe bei Keidorus.

Das Gefecht am Fischfluß hatte am 27. Juni 1905 bereits eingefetzt, alo mein Zugführer, Leutnant von Bvuuinghausen von der 9. Kompagnie 2. Feldregiments, dem Unteroffizier

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