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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika / nach persönlichen Berichten bearb. von Friedrich von Dincklage-Campe. Mit zahlr. Portr. und Ill. nach Orig.-Photogr. und Zeichn. von C. Becker ...
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noch in tiefem Schlafe. Leise entwickelte der Ober- lentnant seinen Gefechtsplan. Die Werft sollte umzingelt und dann, auf einen Schuß, überraschend angegriffen werden. Alles ging gut tief gebückt krochen wir an der Lehne des Hügels weiter.

Ta flog ein verdammter Gockelhahn, durch den Fuß eines Reiters gestört, mit lautem Geschrei auf und vorbei war's mit der Ruhe unter den Namans.

Die ganze Werft war Plötzlich in Aufruhr, und schon knallten die Schüsse. Aber fest an den Boden geschmiegt, gedeckt durch das Gestrüpp, gaben wir nnsere Schüsse ab. Eine ganze Stunde dauerte der Widerstand der Hottentotten dann räumten sie in voller Flucht den Kampfplatz altes zurücklassend. 10 Tote und einige Verwundete fanden wir in der Werft auch zwei unverwundete Gefangene fielen in unsere Hände und außerdem des Feindes ganze Habe. Da es uns an allem Proviant fehlte, befahl Ober­leutnant Leisner den Rückmarsch zum Lager, das wir noch am Abend des folgenden Tages erreichten.

Jessen,

ehem. Reiter der 1. Ersatzkompaguie 1. Feldrcgimcnts der Kaiserl. Schutztruppe f. D.-Südwestafrika, z. Zt. Sonderburg, Alsen.

Bei den Specksahrern.

Reiter Jeiien.

Leutnant JacnbvwsNi.

Wer jemals einen Feldzug mitmachte, der lernte gewiß auch die Wichtigkeit uud Uuentbehrlichkeit der Ko­lonnen ob sie nun Proviant, Munition oder anderen Kriegsbedarf führten kennen und schätzen. Weit mehr aber noch als in kultivierten Ländern tritt die Bedeutung der Kolonnen in den Vordergrund, wenn es au Eiseu- bahnen fehlt, geebnete Wege kanm vorhanden sind und alle und jede Verproviantiernng im Kriegsgebiete selbst ausgeschlossen ist. Wenn der fechtende Teil der Truppen nach dem Kampfe ruhen darf der Dienst der Kolonnen hört niemals auf.

Mögen auch die körperlichen Anstrengungen nicht immer so groß gewesen sein wie bei ganz besonderen, immerhin Ansnahmeleistungen der Feldtruppe, mag auch die Verpflcgnug regelmäßiger gewesen sein reicher an Abwechslung war sie deshalb anch nicht immer, der ausschlaggebende Unterschied in der Tätigkeit beider Truppe» war jedoch der, daß die Kolonnen niemals zu eiuer