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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika / nach persönlichen Berichten bearb. von Friedrich von Dincklage-Campe. Mit zahlr. Portr. und Ill. nach Orig.-Photogr. und Zeichn. von C. Becker ...
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Den Beschluß dieser Kämpfe machte das Gefecht bei Zwartfontein am 7. Januar, und damit war der heißumstrittene Auobabschnitt, wo sich die Eingeborenen so sicher ge­wähnt hatten, in unserer Hand und die Kolonne Meister, die seit Tagen bei Groß-Nabas im blutigen Ringen gestanden, entsetzt.

Von meinen Unteroffizieren und Reitern wurden 21 dekoriert und fast der ganze Rest zur nächsthöheren Charge befördert. Mir hatten diese Gefechte zu dem fürWaterberg" verliehenen ^roncnordcn 4. Klasse mit Schwertern den Noten Adlerorden 4. Klasse mit Schwertern eingebracht.

Stuhlmnnn,

ehem. Oberleutnant der Kaiser!. Schntztruvve f. D.-Südwestafrika.

Zuviel Wasser!

Man sollte es kaum glauben, es könne in Afrika vorkommen, daß zuviel Wasser vorhanden ist. Wir, 5. Kompagnie 1. Feldregiments, lagen im Januar 1906 in Kranzplatz unweit von Gibeon. Kranzplatz liegt linksseit des Fischflusses. Unsere Weide für das Vieh befand sich rechts vom Fischfluß. Eines Tages ward ich bestimmt, mit auf Vieh- wache zu ziehen. Am Mittag trieben wir mit unseren Pferden und Ochsen uach der anderen Seite des Flusses, um ans die Weide zu gelangen. Bemerken will ich hier, daß der Fisch­st das ganze Jahr wenigstens etwas Wasser führt, wogegen andere Flüsse zum Teil nur während der Regenzeit wasserhaltig find, dann aber häufig zu reißenden Strömen an­schwellen. Unser Vieh stand ungefähr 1000 Meter vom Ufer entfernt. Plötzlich hörten wir ein Rauschen und sahen erschreckt, daß der Fischfluß sich immer mehr mit Wasser füllte. E^ dauerte nicht lange, so fing es auch heftig zu regnen an. Was sollten nur jetzt anfangen? Das Wasser stieg immer mehr, wir konnten mit dem Vieh dav andere Ufer, wo die Compagnie lag, nicht mehr er­reichen und waren gänzlich abgeschnitten. Der Regen goß in Strömen ans uns nieder. Wohin mit den Tieren? (5s war mir gelungen, eine Unterkunft für die Nacht zu finden. Ich war am Nachmittag während der Zeit, als ich nicht Posten stand, ans die Jagd gegangen, dabei hatte ich, 20 Minuten von nnserer Wache entfernt, ein verlassenes Ha»5 stehen sehen, in dessen Nähe sich auch ein großer Piehtral ^abgehauenes Buschwerk bildete eine Umzäunnng für das Vieh in der Nacht) befand. Beides war uns für die Nacht sehr angenehm, und schnell nahmen wir Besitz davon. Die Tiere wurden in den Kral getrieben nnd Posten aufgestellt, die übrigen Leute brannten sich in dem Hause ein Feuer an, um die durchnäßten Kleider zu trocknen. So verbrachten wir die Nacht. Am andereu Tage war der Fisch- fluß noch uicht passierbar, denn es hatte während der ganzen Nacht geregnet. Einzelne Kaineraden der Kompagnie ver­suchten vergebens, durch Schwimmen unser Ufer zu erreiche», um uns mit Proviant zu versorgen, sie hatten auch ein Holz­floß gebaut, die Strömung aber war zu reißend, um durch­zukommen. Einigen gelang es endlich, durchzuschwimmen, Gefreiter M. Leum»;.

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