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haben. Der Aufenthalt Morengas war unbekannt. Einigen Nachrichten zufolge hielt er sich mit seiner Bande in den Karrasbergen versteckt. Um so schnell wie möglich wieder mit ihm Fühlung zn bekommen, brachen wir schon am nächsten Tage zur Verfolgung auf. Am Nachmittage stießen die 11. Kompagnie und ein Zug der 9. Batterie zu uns, und als Detachement von Wiuterfeld zogen wir weiter. Als wir mit Abkochen beschäftigt waren, erreichte uus eine wichtige Meldung, die besagte, daß die Patrouille von Detten bei Ganams im heftigsten Gefecht mit dem Feinde liege. Ohne zu zögern, brachen wir noch an demselben Abend auf und erreichten am 27. April morgens den tapser kämpfenden Nest der PatronilK, der bis kurz vor unserem Eintreffen von den Eingeborenen hart bedrängt worden war. Die Feinde hatten sich auf eine naheliegende Höhe zurückgezogen und sich dort gut verschanzt.
Die Artillerie eröffnete auf zirka 3000 Meter das Feuer, während die berittenen Züge, durch Schluchten und Wasserläufe weiter reiteud, später ausmarschierten. Trotz heftigen Feuers ging es im Trab und Galopp vorwärts, unser Hauptmann weit voran, bis wir auf zirka 400 Meter nahe waren. Absitzen, Ausschwärmen und Vorgehen waren das Werk einer Minute. Bei der großen Breite der Schützenlinie war von einem Kommando der Offiziere nichts mehr zu hören. „Nur drauf!" war die Losung. Bis auf zirka 100 Meter hatten wir uns in dem mit Kakteen und Dornbüschen bewachsenen Gelände herangepirscht. Nun gab ich für meine Grnppe, da vor dieser das Schießen weniger heftig war und ich eine schwach besetzte Stelle vermutete, den Befehl zum Sturmangriff. Mit aufgepflanztem Seitengewehr ging es, jeden Busch und jede Klippe als Deckung benutzend, die Höhe hinan. Während bei den Eingeborenen der Angriff überraschend wirkte und ein wildeS Durcheinander hervorrief, waren wir auch schon mitten in der seindlichen Stellung.
So erreichte die Gruppe als erste die Höhe. Fast hinter jedem Busche lag einer der braunen Halunken, die nun versuchten sich schleunigst zu drücken. Das wurde jedoch den meisten, und zwar auf das gründlichste, vereitelt. Nachdem die Feinde das Gefechtsfeld gercinmt hatten, wurde noch einiges Vieh zusammengetrieben und etliche Gewehre erbeutet.
Der Angriff hatte meiner Gruppe einen Toten gekostet; Sergeant Groth fiel dicht neben mir, etwa 60 Meter vor dem Feinde; ein Schuß durch den Kopf hatte seinem Leben ein Ende bereitet. Von unserer Kompagnie, der 12./2. Feldrcgimcnts, wurden verwundet: Leutnant Etzel, Oberveterinär Gottschalk, Reiter Gerstetter, Mayer und Rüclert.
Edwiu Eckardt, ehem. Sergeant der Kaiserl. Schutztruppe f. D.-Südwestafrika.
Tcraciint Edwin Cckaidt.
Zu rechter Zeit.
Halbbatterie Stuhlmann bei Gochas, 5. Januar 1905.
Die Kompagnie Ritter und die Abteilung von Lengerke waren am 5. Januar 1905 aufgebrochen, nm den vor ihrer Front bei Gochas gemeldeten Feind anzugreifen. Meine Halbbatterie sollte bis auf weiteres die Wasserstelle Harnchas besetzt halten. Es vergingen