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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika / nach persönlichen Berichten bearb. von Friedrich von Dincklage-Campe. Mit zahlr. Portr. und Ill. nach Orig.-Photogr. und Zeichn. von C. Becker ...
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Scraemit Ottv Jaeger.

zwischen zwei Bergkegeln am Hamrivier ö,achtruhe hielt. Es wurde iwch 500 Aieter Iveit vorgeritten, dann abgesessen und die Pferde in sicherer Stellung ge­koppelt. Alles in totenähnlicher Stille! Kein Rauchen, kein Sprechen! Vor uns der Talkessel fern ein Feuer! 30 Meter hohe Felskuppeu umschlossen das Tal. Rasch disponierte unser Hauptmann. Unser Zng, unter Leutnant Ebeling, sollte die Kuppe links des Feuers, der erste Zug die Höhe rechts und der dritte das Fluß­bett des HamrivierS besetzen. Es war 1 Uhr nachts stockfinster! Mit äußerster Vorsicht erklommen wir den Bergkegel auf allen vieren kriechend. Kein Ton! In der Ferne heult eine Hyäne. Mann hinter Mann kletternd, erreichen' nur den Kamm. Vorsichtig spähen wir aus richten uns geräuschlos zur Verteidigung ein, jeder rollende Stein konnte uns verraten, dann eine Art Halbschlaf die Natur verlaugt ihr Recht. Um 4,30 bricht der Tag au. Ein Posten steckt sich die Pfeife an das genügt es fällt der erste Schuß und als Antwort wohlgezielte Schüsse unter die noch friedlich lagernden Hottentotten. Unglaublich schnell sind sie in ihren Stellungen verschwunden. Kein Schwarzer zu sehen aber lebhaftes Feuer von hüben und drüben, so­bald sich nur etwas im Gelände regt. Rasch steigt die Sonne. Die Hitze wird unerträglich, der Durst quält! Im Tale weiden Tiere der Hottentotte». Viele sind abgeschossen. Dann fällt mir die Aufgabe zu, von der Wasserstelle 700 Meter von uns in Säcken Wasser zu holen. Ich klettere hinab Gewehr schußbereit. Unten gewahre ich in: dichten Busch ein gesatteltes Pserd. Ich stutze! Wo ist der Reiter? Vorsichtig trete ich vor dann hinauf auf den elenden Gaul bcsfer reiten als laufen! Und vorwärts im Galopp was die Mähre und die Sporen leisten können verfolgt von Geschossen zur Wasserstelle. Die lag geschützt durch Klippen. Schnell sind die Säcke gefüllt, ist die Mähre getränkt und wieder hinauf auf das Roß. Das Feuer ist noch ärger als vorher. Jetzt bricht das Tier unter mir zusammen. Wie die Kugeln pfeifen! Ich habe aber keine Zeit zu verlieren ergreife die Wassersäcke. Von Busch zu Busch, von Klippe zu Klippe in Deckung springend, erreiche ich den

Abhang die Kameraden! Ach, wie sie dursteten!---Und weiter dauert der Feuerkampf.

Schon ward es Abend, als plötzlich ein schweres Gewitter niederkam eine wahre ZonneufinsterniS brachte es mit sich. Als es wieder Tag wurde war der Feind, geschützt durch das Unwetter, aus seiner Stellung verschwunden. 40 gute Reittiere hatten die Hotten­totten zurückgelassen uud 3 Tote darunter den Bruder Morengas. Wir aber hatten einen Toten Vizeseldwebel Block und 7 Verwundete verloren auch unser tapferer Hauptmann und Leutnant Ebeling waren dabei.

Otto Jaeger,

ehem. Sergeant der Kaiserl. Schutztruppe f. D.-Südwestnfrika.

Als erster in der feindlichen Stellung bei Gcnmms.

27. April 1905.

Endlich uaheu die langweiligen Friedensverhandlungen sich ihrem Ende!" wird wohl mancher von der Kompagnie von Erckert mit mir am dritten Ostcrfeiertag ausgerufen