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Der Zug wurde von zwei Zmilliugsmaschiucn gezogen. Wir saßen, da der einzige vorhandene Personenwagen gerade für die Offiziere ausreichte, auf den vollbcladcnen Güterwagen. Das hatte den Vorteil, daß wir nns an die afrikanische Sonne gleich gründlich gewöhnen konnten,
Vormittags gegen 10 Uhr ging es los. Die ersten fünf Kilometer sind die traurigsten, die man sich denken kann — Sand, weiter nichts als Sand. Dann treten ganz vereinzelt kleine Büsche ans, die aber den trostlosen Anblick kaum mildern können. Doch wir sollten nicht vergebens auf bessere Gegenden warten.
Der erste wirklich großartige Teil, den wir durchführen, war das Khanrivier. Es sind ja kahle Fclsengcbirge mit vereinzelten Bäumen und Sträucher» iu kleinen Ebenen, aber doch ist die Wirkung dieser Fclsmasscn, die jeden Augenblick ein anderes Bild geben, einfach großartig. Ans Station Khan, wo Kohlen und Wasser genommen und der Zug wegen sehr starker Steigung bis zur nächsten Station geteilt wnrd.c, konnten wir uns das Gebirge genauer ansehen und waren auf das Kommende schon recht neugierig geworden.
Die Fahrt war denn auch recht interessant. Man fnhr bald bergauf, bald bergab, in starken Kurven durch das Land hindurch.
Abends gegen 10,30 Nhr trafen wir in Jakalswater, 96 Kilometer von Swakop- muud, eiu. Hier wurde in einem Zelt überuachtet, da die Bahu nur am Tage fährt.
Am 4. März, morgens 6 Uhr, ging es weiter. Jetzt wird's ebener, die Vegetation dichter, Höhenziige begleiten die Bahn zu beiden Seiten. Abends gegen 6 Uhr waren wir in Karibik (194 Kilometer).
Dort übernachteten wir aus dcu Eisenbahnwagen, weil es im Zelt eine Unmenge sechsbeiniger Sommergäste, auch „Urips" oder — Flöhe genannt, gab.
Am 5, März, morgens 6 Uhr, ging es weiter über den schönsten Teil der ganzen Strecke. Die Bahn durchläuft zum großen Teil eine lange, ziemlich breite Ebene. Den Abschluß dieser Ebene bilden Gebirgszüge, die ans einem mehr erdigen mit Steingeröll übersäten Unterban einen steil aufsteigenden, ziemlich scharf abgegrenzten Felsanfbau haben.
Hier sah ich auch die ersten Termitenbanten, und zwar iu ziemlich bedeutender Anzabl.
Abends gegeu 6,30 Uhr, nach einer Fahrt von 297 Kilometer, Anknnft in Okahandja. Dieser Etappenort ist einer der schönsten von ganz Südwest.
In Okahandja war ich die ersten sieben Wochen im Etappenlazarett und habe manchen schweren Tag, aber auch viele schöne Stunden verlebt. Zu Ostern 190,"> ging es dann weiter nach dem Süden in eine Krantensammelstelle.
Henueking,
ehem. Sanitätssergeant der Kaiscrl. Schutztruppe f. D.-Südwestafrika.
„Mit den Wassersäcken."
Aus dein Gcsecht bei Duurdrift, 5. Januar 1906.
Morengas Bruder beunruhigte im Januar 1906 mit einer Bande von etwa 60 Hottentotten die Umgegend von Blydeverwacht und Duurdrift, Vieh wurde abgetrieben, Patrouillen wurden überfallen, und keine Farm war sicher. Ernstliches mußte geschehen.
Am 4. Januar marschierte Hcmptmaun von Lettow-Vorbeck mit unserer Kompagnie, der 8,, zur Wasserstelle Duurdrift ab, wo der Feind gemeldet war. Nach schwierigem Ritt in der Nacht wurde 1000 Meter vor der Wasserstelle abgesessen. Während der Rast erkuudete der Hauptmann selbst, begleitet von seinem treuen Buren van der Vavel, daß der Gegner