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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika / nach persönlichen Berichten bearb. von Friedrich von Dincklage-Campe. Mit zahlr. Portr. und Ill. nach Orig.-Photogr. und Zeichn. von C. Becker ...
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wir dicsc zur Freude der Kranken. Ju der Zeit, wo letztere in der Wildnis allein gewesen waren, hatte es dort stark geregnet. Sie hatten sich in der Zeltbahn das Wasser aufgefangen und alle leeren Wassersäcke frisch gefüllt, auch war die Patrouille vonKalk- fontcin mit Wasser glücklich eingetroffen. Leutnant Freiherr von Egloffsteiu schlug vor, daß der Unteroffizier Wnnske den einen und Reiter Bayer den andern Esel reiten, Obervcterinär Nanpach und ich zu Fnß nach Kalkfontein gehen sollten. Früh nm 7 Uhr gingen resp, ritten wir von der Protze nach Kalk­fontein. Bis mittags 12 Uhr wurde marschiert, und dcmu bis um 3 Uhr nachmittags haltgemacht. Als Nahrung nahmen wir einige Wassermelonen zn uns. Dann wurde aufgebrocheu. Ich giug mit dem Obervcterinär Raupach; dieser blieb uach und nach zurück, als ich mich umsah, war ich allein. Ich machte kehrt und fand ihn völlig crschvpst im Schatten eines Busches liegen. Auf Zureden stand er auf und weiter ging's bis kurz vor Kalk­fontein. Dort brach er abermals zusammen, in dem Glauben, daß die letzte Stuude für ihn geschlagen habe. Aber nein, mit Aufbietung aller Kräfte und meiner Unterstützung raffte er sich wieder auf, und Arm iu Arm erreichten wir endlich die Station Kalkfontein, wo auch bald darauf Unteroffizier Wanske und Reiter Bah er eintrafen. Durch den Leutnant Walt her wurdeu Maßnahmen getroffen zur Verpflegung und Uuterbringung der Angekommenen. Noch an demselben Abend kam auch der Krankenwagen unter Reiter Stenzel wieder an.

Ich war in drei Nächten und einem Tage annähernd 150 Kilometer zu Fuß gegangen. In dieser Zeit waren mir nur sechs Stunden Schlaf vergönnt. Der Munitionswagen wurde acht Tage später durch mich nach Kalkfontein geholt.

Ostermann,

ehem. Unteroffizier der 7. Batterie der Kaiserl. Schutztrnppe f. D.-Südwcstafrikci.

Sergeant Oitcrmnim.

Der Feldbäcker mutz alles können.

Am 22. Juni 19V6 wurden wir iu Swakopmund gelandet. Kaum fühlten wir afrikanischen Boden unter unseren Füßen, als sich die Einflüsfe des ungewohnten Klimas schon unliebsam bemerkbar machten; die Lippen sprangen uns auf, und die Haut schälte sich ab. Vom 23. auf deu 24. Juni kampierten wir, feldmarschmäßig ausgerüstet, im Sande und verbrachten nicht gerade angenehm unsere erste Nacht in den Kolonien. Am Morgen fuhren wir mit der Bahn nach Windhuk, wo uns eine zehntägige Ruhepause gegönut wurde, dann ging's weiter nach K u v. Unterwegs war unS das Schanzzeug abhanden gekommen, und mein Kamerad Willner und ich mußten nns beim Essen mit einem Holzspan behelfen. In Kub angekommen, mußte ich mich iu deu verschiedensten Berufsarten betätigeu. Gewerbe, die ich früher nur dem Namen nach kannte, wurden von mir ohue lange Lehrzeit ausgeübt. , Mit gutem Willen und gesundem Humor ging es auch ganz leidlich. Zuerst mußte ich Ziegel steine streichen uud diese auch brennen. Als sich später die Notwendigkeit herausstellte, einige Häuser neu zu Polieren, und zum Schutze gegen den Regen zu firnisseu, wurde mir auch diese Arbeit übertragen. Zwischendurch mußte ich auch mal Ochsen schlachten, Wasser tragen usw. Am 28. August wurde ich als Bäcker nach Nehoboth versetzt. Auch an diesem