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Leutnant von Plehwe hatte hier eine Lampenstation errichtet und mit dieser Verbindung mit dein Obersten bekommen, so daß wir melden konnte»! „Befehl ist ausgeführt!" Der Oberst war nun beruhigt, daß seine Briefe im Hauptquartier abgegeben und wir wieder glücklich auf dem Rückwege seien. Wir hatten nun Zeit und konnten den Pferden etwas Rnhe gönnen. Wir selbst gingen zu der Farm, die dicht an dieser Wasserstelle liegt. Es waren allerdings nur drei armselige, auf einem Hügel gelegene Lehmhänscr, aber wenigstens ein ganz schöner Fernblick. Hinter den Hänsern lag anscheinend ein großer Park, wenn man aber näher hinsah, waren es nur einige Bäume, die an die nnsrigen erinnern, dahinter wieder der elende afrikanische Bnsch aus Dornen und Tvrnen nnd wieder Dornen. Die Bäume verdanken ihr Dasein der nahen Wasserstelle, die am Fuße des Berges liegt. Das Farmhans besteht aus drei Räumen, allerdings ohne Fenster und Türen; aber es war doch ein Dach darüber, und das begegnete uns seit dem Verlassen des Schiffes zum ersten Male.
Lange blieben wir nicht in diesem seltenen Genuß; denn wir mußten ans Satteln denken, um vor der Hitze wieder beim Obersten zu sein. Diesen erreichten wir anch in Epukiro, wo wir nm 9 Uhr eintrnsen. Der Oberst war mit unserem Ritt sehr zufrieden, hatten wir doch iu dieser kurzen Zeit über 300 Kilometer zurückgelegt.
Woldemar Rieß, ehem. Unteroffizier der Kaiserl. Schutztruppe f. D.-Südwestafrika.
5. -!-
Als Mitkämpfer am Waterberge.
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In den verlassenen Werften.
Am 13. August 1904 nahmen wir die Verfolgung der Hereros auf und gingen bis Omapandu vor. Doch bald mußten wir wieder nach dem Gefechtsfeld bei Hamakari zurück und von da gegen Erindi-Endeka vorgehen, da einesteils hinter Omapandu absoluter Wassermangel herrschte und andernteils die Hereros nach Süden abgeschwenkt waren. Der Anblick, der sich der verfolgenden Truppe auf ihren: Wege bot, zeigte erst den ganzeu Erfolg des Kampfes vom 11. August. Mehrere Kilometer weit läugs des Hamakciri- riviers befindet sich Werft an Werft. Soweit unsere Geschosse gereicht hatten, waren sie in eine Trümmerstätte verwandelt und überall anscheinend in wilder, kopfloser Flucht verlassen worden. In den Pontoks hockten alte Weiber, Greise und kleine Kinder, die mau nicht hatte mitnehmen können. Verwundete, Kranke und Sterbende erwarteten irgendwo in einer Ecke eines Krales ihr Schicksal. Überall stand zahlreiches, in der Eile zurückgelassenes Vieh, das Heiligtum der Herervs. Gauze Ochsenwagen, gefüllt mit Stoffe», Pelzen nnd Hansrat, waren in der Not stehen gelassen, zahlreiche Felle, Decken, Weiberschmuck, Kvchgerüte lagen unter zersprengten Artillerie-
geschossen »mher. Gefreiter Max Töts-Iicl.