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Ein Transport nach der Omaheke.
i.
Pcrlhuhnjagd.
Ende August 1904 erhielt unsere Kolonne den Befehl, mit elf Ochsenwagen (Pro Wagen 24 Ochsen), mit Proviant, Munition und ^lnsrüstuug beladen, den Marsch von Okahandja nach der Omaheke anzutreten. Zunächst galt es, dcu westlichen Teil des Kaiser Wilhelm-Berges zu durchfahren. Der Kaiser-Wilhelm-Bcrg wird hier dnrch viele Riviere in tiefe Schluchten und Täler zerrissen und ist von Dornbüschen bestanden, jenen eichenartigen Hakis- uud Kameldornen, welche fast undurchdringlich sind. Die Pad ist durch die großen und vielen Klippen sehr schlecht. Im ersten Rivicr angekommen, geriet der vorderste Wagen Mit dem rechten Vorder- und Hinterrad so tief in den Sand, daß er umschlug; jedoch war das Fahrzeug ganz geblieben, nur viele Proviantkisten waren zerbrochen. Nach einer Stunde konnten wir glücklicherweise weiterfahren.
Der Marsch ging so langsam, daß wir in den ersten fünf Tagen nur durchschnittlich 5 Kilometer zurücklegen konnten, um die nächste Wasserstelle Otjosasn zu erreichen.
Jeder Wagen mußte durch Vorspann von weiteren 24 Ochsen durch den tiefen Sand im Riviere und über die steilen Berge gefahren werden.
Die Reihe der Zugtiere war so lang, daß die vorderen Ochsen schon halb den steilen Berg erklommen hatten, während der Wagen noch immer im Flußbett war.
Die Tiere mußten in den ersten vier Tagen nach Okahandja zur Tränke zurückgetrieben werden. Den fünften Tag hatten wir in Otjosasn genügend Wasfer. Von hier aus ging es zuuächst besser, denn der Weg wurde ebener.
Bei solch einem Transport ist man mehr Viehtreiber und Viehwächtec als Soldat.
In Owiumbo brachte einer von unseren schwarzen Viehwächtern (Klippkasfer) die überraschende Meldung iu halb deutscher und halb holländischer Sprache: „Mister, Mister, de Hereros hebbe de Ochse weggedreve!"
Wir sattelten sofort und ritten in verschiedenen Richtungen, um die Spur im Busch zu sucheu. Nach eiustündigem Ritt im dichtesten Dornbusch hatten wir die richtige Spur ge- fuudeu. Als wir diese eine halbe Stunde verfolgt hatten, trafen wir die Ochseu in mannshohem Grase, von den Hereros war jedoch keine Spur; und nun kam Klarheit in die Sache.
Der Viehwächter war, wie er nachher eiugestand, an seinem Lagerfeuer eingeschlafen und sein Gespann von 28 Ochsen hatte sich bessere Weide gesucht. AIs wir im Begriff waren, unsere Ochsen zurückzutreiben, ruft Vizefeldwebel Kunz: „Sind hier aber eine Menge Perlhühner!"
Es war hier eine Wasserstelle, welche nur uoch feuchte Erde aufwies. In derselben scharrten eine Menge Perlhühner (wohl über 300). Ohne zu beraten, waren wir abgestiegen, hatten die Pferde an die Toruenbäume gebunden, und das „Gefecht" hatte seinen Anfang genommen. Die Tiere waren durch unser Plötzliches und schnelles Geschieße so erschreckt, daß sie sich nicht von der Stelle rührten und nur ihre Hälse reckten. Nachdem jeder ungefähr 20 Schuß abgegeben hatte, bekamen wir Verstärkung. Durch uuser Schnellfeuer hatten wir unsere Kameraden an die Stelle gelockt. Im Nu waren auch sie aus dem Sattel, hatten, ehe wir es in unserem Eifer gesehen, ihre Pferde uebeu die unseren gebunden, und als erster ohne Atem und mit von den Dornen zerrissenem Gesicht und Anzng kam der Oberleutnant Wieczorek an mich heran mit der lauten Frage: „Wo sind die schwarzen Bestien?" Ich vermochte ihm nicht zu antworten. Da stand ein Unteroffizier auf, hielt einen Arm voll Perlhühner hoch und rief mit lachendem Gesicht: „Hier, Herr Oberleutnant!" Der Oberleutnant machte Miene, uns