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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika / nach persönlichen Berichten bearb. von Friedrich von Dincklage-Campe. Mit zahlr. Portr. und Ill. nach Orig.-Photogr. und Zeichn. von C. Becker ...
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Krause, mein Bursche, den ich in Krossen a. O. selbst als Rekruten ausgebildet hatte und der mir bis zum Schluß im Felde treue Dienste geleistet hat, breitete einige Woilachs über die Dornzweige, damit wir Schatten hatten, dann schickte ich ihn fort, um sich der Truppe anzuschließen. Zwei Krankenwärter blieben bei uns.

Nach einiger Zeit erschall aus südlicher Richtung Kanonendonner. Das mußte die Abteilung von Koppy sein, die von Warmbad her gegen Morenga vorgerückt war. Bald erscholl in größerer Nähe der Donner der Geschütze; es War bei unserer Abteilung, die weiter vorwärts dringend abziehende Hottentotten unter Feuer genommen hatte.

Am Nachmittage kam ein Sergeant der Kompagnie Arnold, der Handpferde nach­führte. Auf unseren Znruf:Verwundete!" fuhr er zusammen, und sein Erstaunen wurde noch größer, als er hörte, daß der Feldwebel Mesech seiner Kompagnie einige Schritte weiter als Schwerverwundeter liege.

Es kam die Nacht. Wir schliefen auf unserem harten Lager unter dem Dornbusche. Am Nachmittage des 12. März holten Stabsarzt Hellwig und Oberarzt Engel mit den erforderlichen Begleitmannschaften unS ab. 30 Stunden hatten wir unter dem Dornbusche zugebracht; es wird mir unvergessen bleiben. Bergauf, bergab, hinweg über Felsgeröll wurden wir mehrere Stunden auf einer Bahre durch das Gebirge getragen bis zum Lager des Regi­ments- und Bataillousstabes, das am Eingange der NarudaSschlucht auf einem hohen Berge ausgeschlagen war. Am kommenden Tage (13. März) wurde der Transport durch die Naru­daSschlucht zur Abteilung von Koppy fortgesetzt; dort war eine Krankensammelstelle errichtet.

In der NarudaSschlucht siel ein Schuß. Instinktiv gingen die Begleitmannschaften in Deckung, sie wählten hierzu meine Tragbahre. Erst als ich sie darauf aufmerksam machte, daß die Tragbahre keine Deckung gegen Schuß sei und das Feuer auf einen Punkt gelenkt würde für mich ein sehr zweifelhafter Genuß suchten sie Deckung hinter den Klippen. Nachdem wenige Schüsse auf beiden Seiten gewechselt waren, verschwand der Gegner; es hatte sich um einige Versprengte gehandelt.

Nach zwei Stunden hatten wir die gefährliche NarudaSschlucht passiert und erreichten das Lager der Abteilung von Koppy, wo uns in verlassenen Hottentottcnpontoks eine Unter­kunft bereitet wurde. Es war nicht die friedliche Stille eines Lazaretts, wir waren in einem Kriegslager, und wenn unsere aktive Beteiligung an den kriegerischen Ereignissen zu unserem Bedauern zunächst ausschied, so haben wir doch manche harte Probe, auf die unsere Kameraden in der kommenden Zeit gestellt wurden, miterlebt und mitempfunden.

Funk,

ehem. Leutnant der Kaiserl. Schutztruppe f. D.-Südwestafrika.

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Kinder, Ihr habt's gemacht!"

Bei Hcngasib, am 29. Oktober 1905.

Ein wechselvolles Kriegsleben schildert Gefreiter Preiser von der 3. Batterie. Seit November 1904 im Lande, ist er fast in allen Teilen der Kolonie tätig gewesen, vom Watcr- berg bis zum Oranje, von Epukiro bis durch die Schwarzrandberge. Unter den Majoreu von Uthmann und von Estorff hat er in zahlreichen Gefechten getampft. Hier kann leider nur eine Episode Platz finden, aber eine ebenso kurze, wie interessante und folgenreiche.

Schon glaubte man den Einfluß Hendrik Witboois gebrochen und dachte kaum noch an eine Gefahr von seiner Seite. Die halbe 3. Batterie, bei der ich stand, war Oktober 1905