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das kaum hinreichte, um unsere erschöpften Pferde zn tränken. Am späten Abend trafen wir wieder mit dem erbeuteten Vieh in Nwadaob ein.
Dovrnfontein, den 30. November 1905.
Unser Zug den Nossob aufwärts war völlig erfolglos. Nirgends weit und breit waren Spuren irgendwelcher Hotteutotteubanden zu finden. Ich kehrte daher nach Gobabis mit der 9. Kompagnie zurück, während die 4. Kompagnie in Ais (Avis) zur weiteren Beobachtung blieb. In Gobabis angekommen, fand ich durch einen Stnrm das Dach von meinem Hause abgerissen, und so konnte ich denn auf meiner eigenen Station biwakieren. Lange sollte es jedoch nicht dauern; denn sehr bald trafen wieder Meldungen ein, wonach sicheren Nachrichten zufolge der Kapitän Manasse mit seinem Stamm in Doornfonteiu am Elefantenflusse sitzen solle, nnd ich erhielt den Auftrag, ihn dort aufzuheben. Sowie die Verpflegung sichergestellt war, marschierte ich mit der 9. Kompagnie von Gobabis ab, vereinigte mich in Ais mit der 4. Kompagnie und zog dann hierher. Das Gelände im weiten Umkreise ist abgesucht, und nur eine armselige Hotteutottenwerft von etwa 40 Köpfeu haben wir aufgehoben, die wahrscheinlich glücklich ist, daß wir sie gefunden haben. Da auch die Patrouillen aus Aminuis festgestellt haben, das; die Spur der Simon-Copper-Leute in östlicher Richtung bis an die englische Grenze weiterführte, so halte ich das Gebiet zurzeit frei von Hottentotten, werde die Kompagnien in ihre Stationen Aminuis resp. Gobabis schicken und selbst nach Gobabis zurückkehren."
von der Heyde, ehem. Major der Kaiser!. Schutztruppe f. D.-Südwestafrika.
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Unser Ritt nach dem Kuiseb.
28. April 1905.
Ich wollte doch auch mitkämpfen für die deutschen Kolonien! Das war mein Entschluß und ich wurde denn Reiter der Schutztruppc.
Am 15. Februar 1905 fuhren wir ab und landeten nach vier Wochen in Swakop- mund. Was ich da sah — na — ich hatte es mir schöner gedacht. Keine Apfelsinenbäume, keine alten Urwälder; nnr Sand und dahinter klippige Felsenberge. Da hindurch marschierten wir mit der Proviantkolouue — Wagen mit Ponhs und Mauleseln — nach Windhuk, 25 Tage — bei schrecklicher Hitze und brennendem Durst. Keine Spur vom Feinde! Und wir wollten doch für die Kolonien kämpfen! Windhuk — uun, das ist schon so ein größeres Dorf. Aber wir freuten uns doch, als wir nach zwei Tageu von der Proviautkolonne zu einer Patrouille kommandiert wurden. Oberleutnant von Rosenberg führte sie, auch Leutnant von Liusingen war dabei nud Assistenzarzt Dr. Meyer. Ich ward Bursche beim Leutnant von Liusingen. Am 18.April ging's los — direkt gegen den Feind. Wir sollten auskundschaften, wo der Hcrcromhrer Andreas sich aufhalte, der in dem Komashochland zwischen Otjim- bingue und Windhuk die Hottentotten um sich sammelte uud am Kuisebflusse vermutet wurde.
Wir stiegen auf unsere mageren Pferde nnd Maulesel, uud vorwärts ging's — aber langsam, denn die Tiere bekamen nichts zu fressen als das schlechte, vertrocknete Gras, das sie sich suchen mußten; und zu saufen selten, denn die Wasserstellen sind da nicht so nahe beisammen wie bei uns die Wirtshäuser. Zehn Tage waren wir schon marschiert, immer bergauf — bergab. Uud was für Berge — toller als das Nicsengebirge und ohne Wege, denn