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„Simon Copper machte — den Kessel zu."
Nm 24. März 1905, nachts 11,30 Uhr, kam eine Patrouille von Huguis nach Aminuis in der Kalahari gejagt und meldete, daß dort Hottentotten wären. Unteroffizier Weigert habe gerade ein an der Wasserstelle gesatteltes, frei dastehendes Pferd am Zügel nehmen wollen, als auch schon zehn Arme nach ihm griffen. Nur seinem flotten Afrikanerpferd habe er eo -,n verdanken, das; er mit einigen Sätzen ans dem Bereich der gelben Nasse kam. Da es stockfinstere Nacht war, fanden es jedenfalls die Hottentotten zwecklos, hinterher zu schießen.
So meldete Unteroffizier Schmarsow an den Oberleutnant von Bachr. Gegen 4 Uhr morgens, am 25. März, trabten wir, 31 Gewehre stark lvvn der 4. Compagnie 1. Regiments unter Oberleutnant von Baehr) von Aminuis iu der Kalahari auf Hugnis zn. Von den 31 Gewehren waren 13 Unteroffiziere; denn da diese die besten Pferde hatten, gingen sie lieber überall hin, als daß sie die Tiere abgaben, uud dieses erklärt auch zur Genüge die hohe Zahl. Dann rechneten der Oberleutnant, der Oberarzt, zwei eingeborene Soldaten nnd 14 Mannschaften zu deu 31 Gewehreu. Halbwegs wurde haltgemacht, um den Anbruch des Tages abzuwarten. Alsdann wurde mit Sicherung bis knrz vor Hnguis geritten. Ungefähr 800 Meter von der Wasserstelle entfernt wurde im Galopp aufmarschiert und in derselben Gangart die vorliegende Fläche bis an das Wasser durchritten. Allgemeines Staunen, das; nur kein Feuer erhielten. Zwei Patrouillen jage» sofort uach rechts und links vorwärts, nm hinter die ungefähr 1000 Meter entfernten Timen zu fehen. Die linke Patrouille kehrt nach einigen Minuten mit der Meldung zurück: „Ungefähr 200 Pserdesvnrcn siud in der Richtung nach Aminuis gefunden!" Also während
wir ai>5 Aminuis ausrückten, marschierten die Hottentotten dahin, um das Vieh von den dort wohnenden Betschuanen zn hole»! Das wäre ciue nette Bente gewesen, denn eo waren an 2000 Stück Großvieh nnd noch mehr Kleinvieh da. Wir setzten nns nun auf die Spnreu der Hotteu- tottcu und trabten scharf vorwärts. Drei Kilometer vor Aminuis, in einem Dünenkessel, bekamen wir auf 150 Meter Feuer. Es war, als wenn ein Landwirt Erbsen säet! Die Hottentotten dachten entweder, sie hätten uns schon, oder sie waren verblüfft. Jedenfalls schössen sie dieses Mal ganz gegen ihre Gewohnheit schlecht. Unteroffizier Huudertmarl und drei Mann waren verwundet und einige Pferde gefallen. Hinter eiuer kleiner Düne bekamen wir etwas Deckung, sprangen ab uud nahmen das Gefecht auf. Jetzt schössen die Hottentotten aber besser. In kurzer Zeit waren die meisten Pferde erschossen, nnd wo jemand den .Kopf etwas zu hoch hob, Pfiffen ihm auch schon ein Dutzend Engeln an der Nase vorbei. Simon Copper, der die Hottentotten befehligte, machte jetzt den Kessel zu. Oberleutnant von Baehr ließ die Verwundeten zurückbringen. Er und Wachtmeister Koch deckten mit je zehn Mann den Rückzug. Als die Venvnndeten an der nach rückwärts gelegenen Düne ankamen, tauchten oben auf derselben schon die Hottentotten, stehend, wie eine Bilder- Seigeant N. Arendt, galerie, auf. Wie unsinnig schösse» sie auf uus, die letzten Pferde