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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika / nach persönlichen Berichten bearb. von Friedrich von Dincklage-Campe. Mit zahlr. Portr. und Ill. nach Orig.-Photogr. und Zeichn. von C. Becker ...
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Im Regen.

Im Februar 1906.

Meine Kolonne befand sich im Februar 1906 ans Station Kuis, acht Kilometer südlich von Kub, und hatte den Auftrag, den Proviant von Kub nach Gibeon, Berseba uud Kalkfontein zu befördern. Da trat plötzlich die Regcu- pcriode ein. In Zeit vou zwölf Stunden wuchs derFisch- flnß zu einem gewaltigen Strom an. Ihn zu durchschreiten, daran war nicht zu denken, uud man konnte auch uicht wissen, wie lange das Hochwasser anhalten würde. Unser eigner Proviant ging bald zu Ende, und es mußte Rat geschafft werden, wie man eigentlich den Fischfluß passiere» könnte. Außerdem war durch das Hochwasser die Telephonleitung zer­stört worden und konute erst uach vielen Mühen vou mehreren Kameraden, welche tüchtige Schwimmer waren, fertiggestellt werden. So wurde die Verbindung mit Kub wiederhergestellt, aber das Wasser blieb unpassierbar. Es mußte sogar die Pvstvatrouille, welche von Gibeou kam, bei uns ein paar Tage bleiben, da sie wegen des Hochwnssers uicht weiter konnte. Mein Kolonnenchef, Hauptmann Wulfs, kam nun auf den Gedanken, ein Floß zu bauen. Es wurden acht Blechkoffer geleert und mit Stricken aneinander befestigt, und obeudrauf kamen ein paar Türen. An jedes Ende wurde eine lange Leine gebunden, womit das Floß über den Strom hin- uud hergezogen wnroc. Inzwischen war von Kub aus schon Proviant an die andere Seite des Fischflusses geschafft worden. Die Kameraden, Gefreiter August Wille und Gefreiter Poppclsdorf, schwammen nun über den Strom und zogen das Floß hinüber. Der Proviant wnrde aufgeladen und das Fahrzeug wieder auf unsere Seite gebracht. Alle waren froh, daß wieder genügend Proviant vorhanden war. Tiefe Regenzeit wird allen Kameraden, welche mit mir zu der Zeit iu Kuis waren, in steter Erinnerung bleiben, und daheim wird man erfahren, daß auch im wasserarmen Südwest des Wassers einmal zu viel werden kann.

Hubert Pütz,

ehem. Gefreiter der Kaiser!. Schutztrnppe f. D.-Südwcstafrika.

Gefreiter Hubert Püt;.

Wie wir den Tod des Leutnants von Schweinichen rächten.

Seit acht Tagen lag das Feldlazarett Nr. 13 in Kub in Bereitschaft. Ungeduldig harrten wir des Befehls, nach dem Kriegsschauplatz im südlichen Namalaude aufzubrechen. Eine schwere, arbeitsreiche Tätigkeit von zehn Monaten in Kalkfontein am Anob lag hinter uns. Ans ödem Saudhügcl, ohne festes Obdach, hatten wir dort gegen 500 Kameraden, Vcrwuudcten wie Kranken, wenn anch nicht immer Heilung, so doch liebevolle Pflege zu bringen, ihnen das Elternhans zu ersetzen vermocht.

Da schlug am 2. Dczcmber 1905 in unsere Ruhe die Nachricht ein, daß in dcr Morgendämmerung der Viehposteu Gurus überfallen nnd 2000 Stück Kleinvieh dein