Ein treuer Bursche.
Gochas, 27. Juni 1905.
Ich bin mit meinem Hauptmann nach Südwest gegangen, und aus dem königlich sächsischen Kanonier ist ein kaiserlicher Reiter geworden. So kam ich denn mit in den Bericht über das Gefecht von Kowes, wo unsere Batterie am 17. Mai arg gelitten hat. Was von mir zu sagen ist, das hat der Herr Hauptmann von Wolf schon gesagt; aber was der Herr Hauptmann selbst durchmachte, das hat er uicht mit berichtet. Und weil ich doch dabei war, so will ich's hier erzählen; denn bei Kowes, das war ein schlimmer Tag, und ich gab damals nichts mehr für das Leben meines Hauptmanns.
Zuerst ritt, als das Gefecht sich entwickelte, Hanptmann von Wolf allein vor der Abteilung, nnd als er mich dann vorrief uud zur Spitze schickte, da wußten die braunen Lumpen schon, wo der Führer ritt und — wie nun mal die Kerle schießen — ist das fast immer der sichere Untergang des Führers. Na, Mühe genug haben sie sich auch gegeben; denn einmal schössen sie dem Hauptmann durch die Feldflasche, wo zum Glück nicht mehr viel drin war, und zweimal durch den Gewehrschul). Dann wurde ihm seine schone Browningpistole durch einen Schuß vom Gürtel gerissen. Und als wir zurück mußten, da pfiffen die Kugeln, sobald der Herr Hauptmann sich nur zeigte. Die Lumpen behielten ihn immer im Auge. Uud gegen Schluß des Gefechtes, als sie schon Patronen sparten, und wir schon aufhvrteu, zu feuern, und aufrecht giugen, flogen sofort wieder die Kugeln, wenn der Hauptmann sich aufrichtete. Ein