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Unteroffizier Mar Bartutzti.
Durch die Gnade Sr. Majestät wurde nur für den oben geschilderten zweimaligen Meldcritt im feindlichen Feuer das Militärehrcnzeichen 2. Klasse verliehen.
Max Barbitzki, ehem. Unteroffizier der Kaiserl. Schutztruppe f. D.-Südwest- afrika, z. Zt. Dauzig.
850 Biwaks.
Bei meinem Eintritt in die Kaiserliche Schutztruppe, im Jahre 1904, kam ich nicht zu einer Feldkompagnic, sondern zur ersten Kolonnenabtcilung. Da die Eisenbahn erst eine kurze Strecke gebaut ist, so mnßte daS Weiterbefördern der Verpflegung durch Kolonnen stattfinden, denen wir als Bedeckung dienten. Wer das uicht durchgemacht hat, kann sich die schwere Lage gar nicht vorstellen: 1. die mangelhaften Wasserverhältnisse; 2. die schlechten, bergigen Wege.
Tcr furchtbaren Hitze wegen konnten wir unsern Dienst sast nur bei Nacht verseheu. Unsere Märsche mußten mit einer peinlich-aufmerksamen Sicherung stattfinden. Der Gegner hielt sich in dem unübersichtlichen Gelände versteckt, ließ uns vorbeiziehen und schoß dann aus dem Hinterhalt alles nieder. Als am 12. August 1904, im Gefecht bei Waterberg, die Hereros durchbrachen und in das Sandfeld ausrückte», trat eine besonders schwere Lage für die Kolonnen ein, weil die verfolgenden Truvveu drei Tage mit Wasser zu versorgen waren. Nach Rückkehr von dein anstrengenden Marsch, halb verdurstet uud verhungert, haben die Reiter von unserm in Epukiro zurückgebliebenen Transport Verpflegung erhalten.
Nachdem Kapitän Hendrik Witbooi die Kriegserklärung an Generalleutnant von Trotha geschickt hatte, traten neue Schwierigkeiten auf. Auf meinem Rückmärsche von Epukiro nach Okahandja wurden uns in einer Nacht an der Wasserstelle Okandjesu 100 Ochsen abgetrieben, nach dreistündiger Verfolgung hatten wir sie jedoch alle wieder. Wenn auch ganze Nächte ohne Schlaf vergingen, die Tage oft Hunger, Durst und Hitze brachten, — die deutsche Schutztruppe ließ den Mut uicht sinken. Zwei Jahre habe ich den Dienst bei der 1. Kolonnenabteilung treu versehen, wofür ich als schöne Anerkennung von Sr. Majestät das Militärehrcnzeichen L.Klasse erhalten habe. Wer in einem Manöver zwei oder drei Biwaks mitgemacht hat, der denkt, viel geleistet zu haben. Ich habe in meiner afrikanischen Zeit über 850 Nächte unter freiem Himmel zugebracht. Viele meiner Kameraden find von Kugeln oder von dem Thphus getötet worden; ich trat am 24. Januar 1L07 gesund meine Heimreise an und erreichte am 25. April mein Elternhaus.
Schitteck,
-ehem.Sergeant derKaiserl.Schutztruppe f.D.-Südwestafrika. Tergea.it Schitteck.