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Hauptmann Brentano, gefolgt von Trompeter Sebastian, Unteroffizier Graßmann und Reiter Würker, ritt zum Lager voraus.
Die Verwundeten kamen sofort in Behandlung des Abteilungsarztes, Stabsarztes Dr. Poleck, und des Oberarztes Dr. von Haselberg,
Hauptmann Brentano wurde noch am späten Abend vom Abteilungsführer befragt, ob die Kompagnie am anderen Morgen erneut vorzugehen vermöge. Er bejahte, da er aus dem ganzen Gefechtsverlauf den Eindruck gewonnen harte, daß die Mannschaft dazu Wohl in der Lage war. Am Nachmittag des 11. August ist die Jnfanteriegruppe höchstens 7 bis 7^ Kilometer von der kämpfenden Hauptabteilung bei Hamakari entfernt gewesen.
Brentano-Bernarda, Hauptmann und Kompagniechef im Infanterie-Regiment von Goeben.
Gerechte Entrüstung eines braven Veteranen!
Das unvergeßne Südwestafrika.
Am 16. August 1901 kam ich mit dem Dampfer in Südwestafrika an, und als ich zum erstenmal von Bord aus die Küste erblickte, hoffte ich bestimmt, daß dieses Land mir noch zur ueuen Heimat werden würde; denn mein Entschluß stand fest, wenn irgend möglich in unserer Kolonie zu bleiben. Wie schön muß es erst im Innern sein, sagte ich bei mir, und ich sollte mich nicht getäuscht haben, — je mehr ich diesen Flecken Erde später kennen lernte, je mehr Freude empfand ich an der nur vollkommen fremden, üppigen tropischen Schönheit dieses Landes. Leider brach im Januar 1904 der Aufstand der Eingeborenen aus; eine traurige Zeit hub an, besonders sür die kleinen, schwach besetzten Stationen.
Schlimm erging es nns ans Oas bei Gobabis am Schwarzen Nossob, wo nur sechs Mann Besatzung waren, zwei Soldaten, zwei Ansiedler und zwei Bureu.
Es sollte uicht lange dauern, bis wir angegriffen wurden, und eines Tages standen wir einer zehnfachen Übermacht gegenüber. Was wollten wir wohl machen? Zwei Mann fielen, bevor sie zum Schuß kamen, und gleich nachdem wurde Reiter Nordbruch schwer verwundet. Ich selbst erhielt eiuen schweren Knieschuß. Am zweiten Tage nach der Verwundung mußten wir mit schwerem Herzen den Platz räumen uud in die Klippen flüchten. Wir waren bloß noch zwei Mann von der Besatzung, da die beiden andern zur Meldung nach Gobabis geeilt waren. 1^ Tag mußten wir in den Klippen zubringen — ich mit schwerem Schuß. Am andern Morgen trafen wir eine Patrouille, die uns von Gobabis entgegengesandt worden war, um uns uach dort zu bringen. Leider war kein Arzt bei der Patrouille, auch auf Gobabis war keiner anwesend, sondern bloß ein aktiver Sanitätsgefreiter. So kam es, daß, nachdem ich am 30. Januar 1904 verwundet wurde, erst am 18. Februar 1904 iu richtige ärztliche Behandlung kam. Es ging aber leider nicht anders. Für das schöne Land habe ich schwer dulden müssen und vieles durchgemacht. Wenn man heute unter dem Volke redcu hört, da sagen viele,
nnsere Kolonien haben keinen Wert für uns, — nun, die weiter Friedrich Rauzau.
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