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Offiziere wie Mannschaften waren des Lobes voll über Tom, der unermüdlich gewesen war, den Spuren der Hereros zu folgen. Aber Toms Kraft war auch erschöpft, er konnte nicht mehr zu Pferde steigen unv bekam ein weiches Lager auf einem Ochsenwagen, Als wir das Feldlazarett Otjimbiude passierten, mußten wir ihn dort lassen, weil sich herausstellte, daß Tom schweren, langvcrschleppten Typhus hatte.
Leider konnte die beste Pflege den Kranken nicht mebr retten, nach wenigen Tagen ist er gestorben. Der Feldprediger, Offiziere und Mannschaften haben den braven Tom zur letzten Nnhe geleitet und ein Krenz mit seinem Namen ans seinem Grab errichtet. Unvergessen bleibt er allen, die ihn gekannt haben.
R. Volkmann,
ehem. Hanptmann der Kaiserl. Schutztruppe f. D.-Südwestafrika.
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„Vorwärts auf die Düne!"
19. Mai 1905.
Wir lagen mit zwei GebirgSgcschützen der 9. Batterie uuter Leutnant Nohne (Detachement Winterfeldt) in Dawignab an der Ostgrenze, als am 14. Mai 1905 folgender Befehl von Hanptmann Siebert eintraf: „Detachement Winterfeldt trifft am 16., 5 Uhr nachmittags, in ,Kais' ein." Das Detachement bestand aus zwei 7 Zentimeter-Gebirgs- geschützen der 9. Batterie und 30 Gewehren der 11. Kompagnie 2. Regiments. Nach sehr anstrengendem Marsche, meistens über hohe Sanddünen und Torngestrüpp, trafen wir zur befohlenen Zeit dort ein. Morenga, der sich mit seiner Bande bei Kais aufhielt, war bei unserem Eintreffen nach der englischen Grenze abgezogen. Am folgenden Tage (denn unsere Tiere mußten unbedingt einen Tag Nnhe haben) rückten wir: zwei Gebirgsgeschütze der 9. Batterie, 30 Gewehre der 11. Kompagnie und 60 Gewehre der 3. Ersatzkompagnie, nnter Befehl des Hauptmanns Siebcrt nach der englischen Grenze ab. Nachdem wir zwei Tage nnd zwei Nächte fast unnuterbrochen marschiert waren, trafen wir am 19. Mai, vormittags, an der Wasserstelle Leukop^) ein. Durch Patrouillen wurde die Baude im Lager an der Grenze festgestellt. Der Stab ritt auf eiue an der Grenze gelegene Anhöhe und gab bald darauf Befehl zum Angriff. Auf eine Entfernung von 2500 Meter eröffneten wir mit einem Geschütz das Gefecht; die Infanterie ging unter dem Schutz des Artilleriefeuers vor.
Leutnant von Knobelsdorff, 11. Kompagnie, mit zehn Mann und ich mit einem Geschütz vom Zuge deS Leutnants Rohne unter meinem Befehl bildeten den linken Flügel, an die englische Grenze gelehnt. Gegen 12 Uhr mittags ging die Infanterie auf die vor nur liegende Sanddüne vor, und ich mußte das Feuer einstellen. Mein Zugführer, der tapfere und immer energische Leutuant Nohne, eröffnete nnn das Feuer mit dein zweiten Geschütz auf dem rechten Flügel. Sofort machte sich der Einfluß bemerkbar.
„Aufprotzen, vorwärts auf die Düne!" so lautete jetzt auch mein Befehl, und schon saßen die Kanoniere auf ihren Maultiereu. Leutnant von Knobelsdorff zu Pferde, seine Leute zu Fuß, gingen in Schützenlinie 40 Schritt vor mir her.
Wir waren etwa 300 Meter vorgegangen, als wir plötzlich mörderisches Feuer aus der linken Flanke erhielten; etwa 20 schwarze Halunken hatten sich zwischen uus und unsere Infanterie geschoben und feuerten auf ungefähr 60 Schritt. Zwei Tiere der Bespannung fielen sofort, und vier wurden schwer verwundet und mußten später erschossen werden.
Mit Visier und Korn feuerte ich mit Granaten ins Gestrüpp, denn sehen konnte man die Kerls nicht. Gleich nach dem ersten Schuß erhielt der Richtkanonier Wildner einen
') Vgl. die Gefechtsslizze S. 123.