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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika / nach persönlichen Berichten bearb. von Friedrich von Dincklage-Campe. Mit zahlr. Portr. und Ill. nach Orig.-Photogr. und Zeichn. von C. Becker ...
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Der Kampf war auS. Dcr Sieg war unser! Otjihinnmaparero! das heißt zu deutsch:Wer ist Herr der Stelle?" Wir hatten die Antwort gegeben. Dcr Tag war schlimm der Lohn erhebend.

Nogge,

ehem. Vizewachtmeister dcr Kaiscrl. Schutztruppe f. D.-Südwestafrika.

Danki, dankt, Mister!"

Etwas überDankbarkeit" eines Hottentotten.

Ich hadc mit Eingebornen viel zu tun gehabt, sie nach ärztlichen Anordnungen be­handelt und dergleichen mehr. Sie haben sich dann immer beinahe dankbar gezeigt, haupt­sächlich Hottentotten, besonders dann, wenn man sie gnt behandelte und sie merkten, das; man es ernst meint. Der Herero, wenn man ihm noch soviel Gutes tut, geht mit der größten Gleichgültigkeit weiter. So kam, als ich mit meiner Kompagnie auf der Station Kabus lag, einmal ein Hottentotte zu mir sehr schüchtern, mir ist es mitunter vor­gekommen, daß sie vor einemMedizinmann" besondern Respekt und auch Zutraue» haben uud zeigte mir seinen kranken Finger. Er bedeutete mir, daß er sich an einem Dorn ge­stochen habe. Der Finger war vereitert und angeschwollen. Ich machte nun der Geschwulst energisch Luft und versah ihn auch regelmäßig mit den vorschriftsmäßigen Verbänden. Zu seiner und meiner Freude war der Finger in acht Tagen heil. Mir war es in der letzten Zeit aufgefallen, daß er sich sehr über die schnelle Heilung freute und seiner Empfindung mit den tiefsten Bücklingen, Hutlüften undDanki, danki, Mister!" Luft machte. Wenu er mir begegnete, begrüßte er mich immer mit seinemDanki, danki Finger gut!" uud zeigte ihn nur dabei mit freudestrahlendem Gesicht. Um seiner Nührsamkeit ein Ende zu machen, beschloß ich, ihn gelegentlich in Versuchung zu führen. Nichtig begrüßt er mich denn wieder mal in derselben Weise. Ich bedeutete ihm, als wenn ich erst-zufällig darauf komme, daß er mich noch gar nicht bezahlt habe. Erschrocken fragt er, wieviel es koste. Ich sagte: Fünf Schilling."Mister, morn abend ich bring' fünf Schilling!" sagt er und trollt dann wieder mit seinemDanki, danki!" von dannen. Ich sah es ihm an, daß es ihm nicht leicht war, diese Aufgabe zu lösen; denn die Hottentotten sind ein armes Volk und lebten in den kümmerlichsten Verhältnissen, hauptsächlich während des Orlogs. Diese Werft war nicht am Orlog beteiligt, aber trotzdem wareu die Leute sehr arm. Fünf Schilling also für einen kranken Finger aufzubringen, ist unserm Schwarzen sicher ein Opfer gewesen; denn entweder war es sein ganzes Vermögen, oder er hat es sich zusammengepumpt. Aber am andern Abend kam er wirklich und.zählte mir fünf blanke Schillinge auf den Tisch. Ich mußte so bei mir denken: der Mensch trägt wirklich etwas von Dankbarkeitsgefühlen in sich. Ich deutete ihm denn an, daß er seine fünf Schillinge nur nehmen nnd für seine hungernden Kinder dafür vom Store etwas zu bcißeu kaufen solle. Das tat er auch. Wenn er mir später wieder begegnete, lüftete er seiuen Hut, blieb stehen und sah mir nach. Er sagte aber nichts mehr.

Friedrich Baltruschat, ehem. Sanitätsunteroffizier in der Kaiserl. Schntztruppe

f. D.-Südwestafrika, z. Zt. Lasdchncn. SanitätsmitcrassizierF.Baltrnschat.