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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika / nach persönlichen Berichten bearb. von Friedrich von Dincklage-Campe. Mit zahlr. Portr. und Ill. nach Orig.-Photogr. und Zeichn. von C. Becker ...
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größte Teil des DetachcmcntS ausgeschwärmt. Ich lief zur Abteilung, der ich angehörte, und giug wieder mit vor. Wir waren noch keine 200 Meter vorgerückt, als wir von vorn und von rechts Feuer bekamen. Sofort ließ der Major die 3. Kompagnie nach rechts schwenken. Zugleich wurden von der 3. Kompagnie mehrere Leute verwuudet. Später wurde auch der Major durch eiucn Streifschuß an der Hand verletzt. Wir lagen schon zwei Stunden im Gefecht, als erst die Maschinengewehre in Funktion traten. ?luch die Artillerie kam erst lange nachher zum Schießen, da das Gelände sehr schlecht war, und die Geschütze von einem Felsen zum andern hochgezogen werden mußten. Im Laufe des Nachmittags rückten die einzelnen Abteilungen noch mehrmals vor. Es war eine glühende Hitze. Wir lagen im Feuer, bis die Sonne unterging. In der Nacht ging der Feind zurück, und der Wassermangel zwang unsern Führer, die Verfolgnug aufzugeben. Der Feind war ungefähr 450500 Mann stark. Von unserer Seite fiel Reiter Hesse. Major Traegcr, Hauptmann von Zwehl, Unteroffizier Theuß und neun Mann wurden verwundet. Nach schwerem Marsch kamen wir in Gaobis an, wo wir endlich Wasser erhielten. Die Verluste des Feindes konnten nicht festgestellt werden.

Karl Hubert,

ehem. Gefreiter der Kaiser!. Schutztruppe f. D.-Südwestafrika.

Uns gehörte der Platz!"

Episode aus dem Gefecht bei Otjihinamaparero am 25. Februar 1904.

Major von Estorff hatte Melduug, die Omaruruhereros lagern au der Wasser­stelle Otjihinamaparero. Am 24. Februar marschierte er mit der Kompagnie Franke und der 4. unter Oberleutnant Freihcrrn von Schönau-Wehr und mit drei 73er Feldgeschützen, einer Gebirgs- und einer Maschinenkanone aus Otjipaue ab. Dort, an der letzten Wasser­stelle, uoch 30 Kilometer von Otjihinamaparero, rasteten wir zusammen 164 Mann und 12 Offiziere bis nachts 1 Uhr; dann ging's vorwärts. Um 8 Uhr früh erreichte meine Kompagnie Franke eine Werft, hinter der sich eine wenigstens drei bis vier Kilo­meter lange, steile, zerklüftete Felswand hinzog. ES wurde viel Vieh gesehen', uud bald wurden wir auch der feindlichen Schützen gewahr, die sich an den zackigen Felsrändern ein­genistet hatten. Mitten zwischen der sormidciblen Stellung, hinter einer Schlucht, lag die Wasserstelle, das wußten wir. Der Feind war uns an Zahl mindestens zehnfach überlegen, das wußten wir aber auch.

Aber weun man unter Führern wie von Estorff und Franke dient, dann ver­schlägt das nicht. Unsere Kompagnie wurde gegen den feindlichen linken Flügel dirigiert. Da lag eine vorgeschobene Erhöhung, ein Koppje, aus der warfen wir die HereroS mit Sturm heraus und konnten nun einen Teil der Felsenstellung flankieren. Zwei Geschütze waren auch auf unserem Flügel, die übrigen drei auf dem linken, wo die 4. Kompagnie focht. Von dem gutgedeckten Feinde war wenig zu sehen, aber wir waren fast ohne Deckung; dazu die Bärenhitze und mörderischer Durst. So lagen wir viele Stunden lang im Feuer, ohne recht vorwärts zu kommen. Da kam eine Ordonnanz oder ein Offizier angejagt und meldete, die Hereros hätten auf ihrem rechten Flügel Verstärkung bekommen und umgingen unsern Unten mit bedeutender Übermacht. Im Nu war Hauptmann Franke auf dem Pferde.Ein Zug bleibt hier und hält die Erste dauernd unter Feuer!" Uns andere nahm er mit, und im Galopp ging's nach dem linken Flügel, immer von den Höhen aus beschossen.

Wir kamen noch gerade recht, nm der 4. Kompagnie zu helfen, deren Offiziere, Oberleutnant Freiherr von Schöuau-Wehr und Oberleutnant Schnitze, schwer verwundet auf