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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika / nach persönlichen Berichten bearb. von Friedrich von Dincklage-Campe. Mit zahlr. Portr. und Ill. nach Orig.-Photogr. und Zeichn. von C. Becker ...
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bekleide, während die anderen tadellos gewaschene Truppen­anzüge anhatten. Bei unserem Weitermarsch verschmähten es die stolzen Großmcinncr nicht, bei uns um Kost zu bcttelu, die ihucu auch bereitwilligst gegeben wurde. Unter allen erregte ein junges, bis zum Skelett abgemagertes Weib das Mitleid aller Kameraden. Mit kindlicher Liebe führte sie ihre alte, erblindete Mutter an einem Ochsenricmen nach. Männer und Weiber hcgeu das gleiche Interesse für Tabak. Einsam in der Wildnis, bei Owikokorero, lag ein Grab, von einem Dornbuschkral umgeben. Ein roh zusammen­gezimmertes Kreuz mit Inschrift zeigte uns, daß hier Haupt- mann von Frau?ois ruhe. Das scheußliche Regcnwcttcr hielt noch immer an, von uus spaßhalberGlascuappschcs Wetter" genannt. Das' Fortkommen war auf der vollständig durchschlagenen Pad sehr erschwert. Die Riviere sind keine Sandrivicre mehr; trübe, schlammige Wassermcngen wälzen sich unter Tosen nnd Brausen den Flußlanf entlang. Unsere Sorge ist nur, durch den Swakop zu kommen. Gestern, gerade beim Kaffeetrinken, machte sich in unmittelbarer Nähe ein pestilcnzialischer Gestank bemerkbar; wir fanden hinter einem Bnsche, nur wenige Schritte von uusercm Lager entfernt, einen toten Herero. Der Kopf war vom Rumpfe getrennt, und der Körper infolge der Hitze und des Ncgcus stark aufgetrieben. Wir machten uns mit Schaufeln daran, den Leichnam zu beerdigen, worauf wir uns wieder zum Kasfeetrinken setzten. So abgestumpft ist man schon. Am 12. Februar 1905 kamen wir wieder in Oka- handja an, nachdem wir den Swakop glücklich durchkreuzt hatten. Allerdings hatten wir von 150 Gefangenen nur 90 mitgebracht, da die übrigen vor Ermattung elendiglich umgekommen waren. In Okahandja erfuhren wir unsere Versetzung nach dem Süden, worüber wir uns

natürlich sehr freuten. ^ , < <

Paul Harrland,

ehem. Gefreiter der Kaiser!. Schutztruvpc s. D.-Südwcstafrika,

z. Zt. Taugermünde.

Gefreiter Paul varrlauv.

Ms der Spur der Mörder.

Bei Kawigaus, 19. August 1905.

Am 15, August 1905 ritt Herr Generaloberarzt Dr. Sedlmayr unter Begleitung seiner zwei Burscheu von Warmbad nach Ramansdrift ab. Noch am selben Tage kamen die Burschen wieder zurück mit der Meldung, daß der Herr Gcueralvberarzt erschossen worden sei. Sofort wurde eine Patrouille von drei Unteroffizieren und sieben Reitern, zu denen auch ich zählte, weggeschickt, den Feind aufzusuchen. Nach etwa vierstündigem Ritte kamen wir an der Stelle an, wo der Generaloberarzt erschossen wurde. Auch das Pferd lag tot am Boden, daneben zwei Ochsenwagen, die zerschlagen und halb verbrannt waren. Der Proviant war geplündert. Die Spuren zogen sich in südöstlicher Richtung nach den Oranjebergen. Die Leiche des Herrn Generaloberarztes wurde auf einer Eselkarre nach Namansdrist gebracht. Da es bereits Nacht wurde, konnten wir die Spuren am selbigen Tage nicht weiter verfolgen. Die Nacht über blieben wir liegen; die Pferde wurden hinter einer kleinen Anhöhe festgebunden und bekamen