Afrikanische Biwaksnacht einer Patrouille.
Am 2. September 1904 befanden wir uns cmf einem Patrouilleuritt vonOparakane nach Epata. Wir halten gegen Mittag eine kleine Wasserstelle, Okawehonina, erreicht und dort einige Stunden gerastet. Um 4 Uhr nachmittags brachen wir nach Okatawbaka ans, wohin uns eiu unterwegs gefangen genommener Buschmann führen sollte. Eine mir schwer erkennbare alte Pad führte durch eine weite, sandige Grassteppe, die sich bis znm Horizont ausdehnte und nur ab und zn von meist niedrigem Buschwerk durchsetzt war. Die Sonne hatte tagsüber heiß gebrannt uud begann nun im Westen zu verschwinden. Wir erreichten alsbald einen dichten Busch, vor dem einzelne frische Viehspuren unsere Aufmerksamkeit erregten. Vorsichtig hiueinrcitcnd, trafen wir alsbald auf zahlreiche neue Vieh- uud Menschcnspuren, die auf die Nähe einer Wasserstelle nnd eines größeren Hererolagcrs hinwiesen. Es war noch zu hell sür eiue weitere Erkundung in diesem dichten Buschwerk, iu dem eine Orientierung sehr schwer ist uud eiue Patrouille dem Spüherblick der Eingeborenen nicht verborgen bleiben kann. Es mußte eine passendere Zeit gewählt werden, die für eine genauere Beobachtung Gelegenheit bot. Erfahrungsgemäß sind die Posten, die die Hercros ausstellen, am Tage und in der Nacht wachsam, uur gegen Morgen pflegt alles sanft zu schlummern.
Wir ritten nun zu unserer alten Wasserstelle Okawehonina zurück, wo wir bei anbrechender Dunkelheit eintrafen.
Tagsüber hatten wir uns bei zirka 40° (ü ganz wohl gefühlt; denn diese Temperatur ist in der trockenen afrikanischen Höhenluft gar nicht so unerträglich.
Nach Sonnenuntergang erhob sich ein eisiger Südstnrm, der über die flache Steppe, die weder Menschen noch Tieren irgendwelchen Schutz bot, mit ungehemmter Gewalt dahin- brauste. Wir hatten nns eiu kleines Loch gegraben uud Feuer darin gemacht, um durch heißen Kaffee die erstarrenden Glieder von innen zu erwärmen; denn es war bitter kalt geworden, und das Thermometer ans 1 bis 2" L! gesunken. Gegen den quälenden Hunger mußte der Schlaf helfen, da das kleine Quantum Reis, Mehl und Oornocl dvst', das wir iu einer Packtasche mitführten, noch zwei Tage reichen sollte. Unterdessen war eS ganz dunkel geworden, der Mond schien nicht, nur die Sterne strahlten in prachtvoller Klarheit über unserem kleinen
Deutsche Rcitcr in Südwcst. 3<Z