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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika / nach persönlichen Berichten bearb. von Friedrich von Dincklage-Campe. Mit zahlr. Portr. und Ill. nach Orig.-Photogr. und Zeichn. von C. Becker ...
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Wie das Wasser kam.

Selbst im Kriege gibt's mal heitere Momente, und man lacht, wenn man nicht zu verknöchert ist. Wir ritten Patrouille imKuiscbtal am 12. November 19U5 Leut­nant Kuntze mit einem Sergeanten nnd nenn Reitern. Das Flußbett, das Rivier, war voll ständig ausgetrocknet, uud wir mußten ziemlich weit nach Wasser laufen, dn die erste Wasser­stelle nur Salzwasser hatte. Leutnant Kuntze, Sergeant Schnur und sechs Mann lagen auf der linken Seite des Riviers, während Reiter Houilliez, Hupfer uud ich au der rechten Seite unser Zelt aufgeschlagen hatten. Nachdem ich gegessen hatte, mußte ich auf Weidewache ziehen. Am Himmel war kein Wölkchen zn sehen, die Tiere standen 1U0 Meter flußaufwärts im Schatteu, ich selbst saß auf eiuer großen Klippe mitten im Flnßrivier. Ans einmal fiel es mir ans, daß die Tiere so uuruhig wurden. Ich horchte nnd vernahm in nächster Nähe ein starkes Rauschen, das ich zuerst für Sturm hielt, bis ich plötzlich kaum 50 Meter vor mir au der Flußbiegung das Wasser meterhoch anbrausen sah. Sofort lief ich zu Houilliez uud Hupfer, um sie zu warnen; sie glaubten mir aber nicht und spielten rnhig ihren Schafkopf weiter, während ich rasch meinen Sattel und sonstige Sachen ans linke Ufer in Sicherheit brachte. Hierauf lief ich zu Leutnant Kuntze, um ihm zn melden, daß das Wasser käme, und er ausziehen müsse.Mensch, Sie sind wohl verrückt!" sagteer, indem er mich von Kopf bis Fuß zweifelnd musterte. Ich ging also wieder zurück uud sah gerade noch, wie Houilliez und Hupfcr ihre Sachen iu aller Eile zusammcuraffteu. Es war auch schon höchste Zeit. Kaum hatten sie den bequemen Ruheplatz verlassen, kamen schon brausend die schmutzigen Wassermassen an, die auch den in der Eile liegen gelassenen Tabaksbeutel Hup fers und meine Spielkarten mitnahmen. Leutnant Kuntze hatte unterdes erkannt, daß ich nicht verrückt war, und er und sein Bursche hatten es höchst eilig, die Sachen vor dem nassen Element zu retten. Als die erste Überraschung vorbei war,

ging's in die schmutzige Flut, zum langersehnten Bade. So lange, bis es hießfertig machen", trieben wir uns im Wasser herum uud wareu fest ent­schlossen, abends nochmals zu baden. Daß bis dahin viele unfreiwillig baden mußten, ahnten nur noch nicht. Wir ritten ungefähr eine Stunde am linken Ufer entlang, als wir nicht mehr weiter konnten, da vor uns haushohe Felsen direkt bis zum Wasser vorgingen. Wir mußten deshalb aus die andere Seite des Flusses. Während Leutnant Kuutze, sein Bursche und Sergeant Schnur gauz gut hinüber­kamen und uur bis an die Knie naß wurden, kam der Gefreite Maschke ein wenig zn weit nach rechts und mußte bis an die Hüften ins Wasser. Das meiste Pech aber hatte der Gefreite Skrandis, der weiter links reiten wollte. Es ging anfangs ganz gut, als auf eiumal unter Wasser ein großer Absatz kam, und Esel samt Reiter hinuuterfielen. Skrandis wollte gleich auf die andere Seite, aber er hatte das Pech, mit einem Fnß im Steigbügel hängen zu bleiben und kam darum uicht weg. Der «efrciter P. Ber«meier. Esel zog nach rechts, der Reiter nach links, und