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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika / nach persönlichen Berichten bearb. von Friedrich von Dincklage-Campe. Mit zahlr. Portr. und Ill. nach Orig.-Photogr. und Zeichn. von C. Becker ...
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Ein schlimmer Tag.

i.

Bis zum Angriff am 24. Oktober 1905.

Nach der Verteidigung von Warmbad gegen die Bondels nnter Hauptmann von ^ioppy, nach vielem Umherziehen im Süden ich hatte in der 1.Ersatzbatterie gedient und war zum Genercilstabe (Exzellenz von Trotha) kommandiert, hatte mit Hauptmann Salzer Patrouille geritten, am Fischfluß gefochten und bei Mukorob am Weißrandgebirge, 7. Mai 1905, den Feinden die Herden fortgenommen, also nach ereignisreichem und wechselvollem Feldzugsleben wurde ich auf meinen Wunsch zur 2. Kompagnie (1. Feldregiments) unter Hauptmann Ritter versetzt. Nach einigen Aufklärungsexpeditionen, zuletzt von Berseba nach Chamis, wurde die Kompagnie nach dem Süden beordert und trat unter dem Oberbefehl des Oberstleutnants van Semmern in die Abteilung des Hauptmanns vou Koppy.

Die Hottentotten hatten in letzter Zeit sich wieder mausig geinacht, hatten am 7. Oktober die Station Jerusalem überfallen und die Besatzung vouSchuitdrift (Naob) über denOranje Vertrieben. Alle Spuren ließen darauf schließen, daß die Räuber am Gainab und Ham abwärts gezogen waren, dem Oranje zu, und im furchtbar felsigen und unwirt­lichen Oranjeberglande steckten. Nun hieß es den Feind zu finden und zu fassen. Anfangs war allc5 Suchen vergebens. Die Spuren führten den Oranje abwärts. Man fürchtete Überfall von Ramansdrift. Oberstleutnant van Semmern wollte dem vorbeugen uud ordnete an, daß Hauptmann Siebert mit seiner Abteilung bei Velloordrift den Oranje erreichen, Hauptmann vonKopPY aufdem Abschnitt Velloor­drift Pelladrift vorgehen solle da hoffte man, die Hottentotten zn fassen. Am 22. Oktober war das Zusammentreffen bei Hcirtebeestmund.

Also wir Abteiluug vou Koppy erreichte» am 2V. Oktober den Oranje. Das Gelände war schwierig, so daß Pferde und Wagen zurückbleiben mußten. Eingeklemmt zwischen Strom und Fels, zogen wir stromab. Es blieben noch etwa 200 Gewehre, zwei Maschinen­gewehre und drei Geschütze. Andauernd herrschte bei Tage glühende Hitze. Am 22. Oktober erreichten wir Pelladrift. Der Feind wurde von Kundschaftern nahe gemeldet nnd mußte jetzt eingeholt werde». Nachts giug's weiter. Bei Hcirtebeestmund sollten die Hottentotten ihren Sammelplatz haben. Unsere Kompagnie, die zweite 1. Regiments, marschierte an der Tete. Am 24. Oktober, morgens, kamen wir an eine Talbreite, rings von Bergfelsen umschlossen Das war eine gefährliche Situation; aber es zeigte sich nichts, und wir marschierten weiter hinab in die Ebene, immer den Strom entlang. Eben sollte am Ende derselben von der Spitze wieder der hohe Uferrand erstiegen werden, da begann unerwartet ein mörderisches Feuer von allen Höhen. Man sah vom Feinde nichts, aber man fühlte ihn. Die Spitze, Leutnant vou Bojauowski mit seinen Leuten, wurde zuerst vernichtet. Wir waren fast deckungslos uud saßeu in einer richtigen Falle.

Reiter Moritz Bruiw Snlmmm.

') Vs,!. die Gefcchtsslizze Seite 113.