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verhältnismäßig gering, nur alle paar Schritt sickerte ein Blutstropfen zur Erde nieder. Kurz vvr dem Lager kam uns ein Eselwagen, der mich aufnehmen sollte, entgegen. Vorausgcrittenc Reiter hatten von meiner Verwundung im Lager erzählt, und es hatte sich sogar schon die Nachricht verbreitet, ich wäre gefallen. So schlimm war es gottlob! noch nicht, und um unsern Leuten kein schlechtes Beispiel zu geben, ritt ich, gestützt von meinen ständigen Begleitern auf vielen früheren Patrouillmritten, dem Frachtfahrer Melchior und dem Unteroffizier Jakobs, ins Lager, bis vor das für mich auf Befehl Sr. Exzellenz in der Nähe des Hauptquartiers aufgeschlagene Zelt. Ich war der erste Verwundete im Lager und an diesem Tage der einzige, so daß sich sämtliche Ärzte um mich bemühen konnten. Nach einer weiteren Stunde war ich frisch verbunden und bekam sogar ein Feldbett aus dem am Tage vorher angelangten Feldlazarett, ein Genuß, den ich seit Swakopmund nicht mehr gehabt hatte; denn stets war die blanke Erde oder höchstens die Krankentrage der Batterie mein hartes Lager gewesen. Nach dem Verbände fühlte ich mich leidlich wohl, auch die Schmerzen waren nicht mehr allzu schlimm. Ich bekam Essen von der Messe des Hauptquartiers und durfte .auch Besuche von Freunden und Kameraden empfangen. Recht schmerzlich war es mir, nun kaltgestellt zu sein; man tröstete mich zwar noch, es würde nicht allzulange dauern, aber ich glaubte nicht recht daran; denn auch als Laie konnte ich mir denken, daß ein schwerer Knochenschuß zu langem Krankenlager verurteilt."
Aus „Ein Patrouillenritt" von Erich von Salzmann, ehem. Oberleutnant der Kaiserl. Schutztruppe f. D.-Siidwestafrika.
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Weihnachten und Silvester 1904 bei der Abteilung Meister. )
i.
Weihnachten auf den Klippen von Kalkfontein.
Fern aller Kultur, mitten in afrikanischer Wildnis, begingen wir dies hohe Fest. Am heiligen Abend hielt unser hochverehrter Pfarrer Schmidt, den wohl von allen Afrikanern, die ihn kennen lernten, im Leben niemand vergessen wird, eine Andacht, welche wir bewegten Herzens hörten, und gar manche Träne rann uns in die struppigen Bärte. Weihnacht, Weihnacht, welcher Zauber! und doch empfindet ihn richtig nur der, der sein Weihnachtsfest fern der Heimat, ringS unigeben von Gefahren, verleben muß. Nach der Andacht gingen die Kompagnien still zurück nach ihren Lagerplätzen. Wir gruppierten uns um unsern Weihnachtsbaum, bestehend aus einem mächtigen Dornbusch, den wir mit etwas Wundwatte aus der Sanitätskiste der Kompagnie beworfen hatten. Die Feuer wurden angezündet, und jede Gruppe kochte ab, und zwar alle Kakao, den wir vor kurzem durch eine Proviantkolonne erhalten und zum Fest aufgehoben hatten. Unsere Offiziere veranstalteten eine Verlosung, bei der die Gewinne aus Rum, etwas Tabak und Zigarren bestanden. Unser Herr Hauptmann hielt eine Ansprache, die darin ausklang: „Ein dreifaches Hurra unserm obersten Kriegsherrn, der auch Wohl seiner Soldaten im Felde am heutigen Tage gedenkt, und dem deutschen Vaterlande", und dann erscholl aus rauhen, verstaubten Kehlen machtvoll und mit Begeisterung die alte Hymne: „Deutschland, Deutschland über alles", und von neuem gelobte sich still ein jeder, seine schwere Pflicht zu tun bis zum Tode. Und all die lieben alten und ewig neuen Wcihnachtslieder folgten: „Stille Nacht, heilige Nacht", usw. Dann nahm jeder seinen Kessel mit Punsch zur Hand, und nach einigen Worten eines Kameraden erdröhnte es aus ehrlichem Soldatenherzen: „Ein Hurra unserm hochverehrten Kompagniechef Oberleutnant Grüner und seinen Offizieren, Leutnants Trenck, H ellmich, und dem Stabsarzt Dr. Kirsch, die trübe und frohe Stunden in treuer Kameradschaft
Vgl. den ersten Bericht des Sergeanten Schnehage auf Seite 67.