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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika / nach persönlichen Berichten bearb. von Friedrich von Dincklage-Campe. Mit zahlr. Portr. und Ill. nach Orig.-Photogr. und Zeichn. von C. Becker ...
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Sanitätsdienst im Gefecht bei Otjihinamaparero.

Nachdem am 4. Februar 1904 Omciruru, welches ich mit der 2. Ersatzkompagnie seit dem 17. Januar verteidigt hatte, durch die 2. Fcldkompagnie entsetzt und der Feind Ver­trieben war, wurde unter Majvr von Estorff aus der 2. Fcldkompaguie nebst einem Feld­geschütz und einem Gcbirgsgcschütz sowie einer Kompagnie des Marine-Expeditionskorps nebst zwei Marinegeschützen eine Nordabteilung gebildet, bei der ich den Dienst als leitender Sanitätsoffizier übernahm. Bei der 2. Kompagnie tat Oberarzt Dr. Maas; Dienst, bei der Marinekompngnie Oberassistenzarzt Dr. Tiburtius, welcher bereits im Dienst des Noten Kreuzes die Chinacxpedition mitgemacht hatte.

Der Feiud hatte sich nach Nordosten gewandt, und wir marschierte» zunächst bis Okowakuatjiwi, wo die 4. Fcldkompnguie nebst zwei Feldgeschützen aus Outjo zur Nord­abteilung hinzutrat. Sie hatte keiueu Arzt, da der Arzt der Kompagnie sehr viele Kranke in der Garnison Outjo zu behandeln hatte und dort geblieben war.

Am 24. Februar ritteu die 2. und 4. Feldkompaguie, füuf Geschütze und ein berittenes Viertel der Marinekvmpaguie ab, während drei Viertel der Marinekompagnie zur Sicherung der Etappenlinie OmaruruOutjo verwandt wurden.

Auf einer kleinen Karre, auf den Geschützen und in den Packtaschen der Ärzte und der Sanitätsmannschaften wurde, in Ermangelung von Wagen, das Notwendigste an Ver­bandzeug und Arzneien mitgeführt.

Nachdem wir die ganze Nacht geritten waren, um den Feind zu überraschen, stießen wir nach 50Kilometer Weg in Otjihinamaparero auf deu Feind, welcher mit allem Volk und Vieh stark verschanzt hinter Felsen saß. Es mögen Wohl 1000 wasfentragende Männer gewesen sein.

Die 4. Kompagnie ging sofort in Schützenlinie nach links vor. Zu ihr hatte ich Oberassistenzarzt Dr. Tiburtius vom Mariue-Expeditionskorps kommandiert. Die Kom­pagnie war bald im heftigsten Feuer. Unsere Schützen lagen hinter den niedrigen Dorn­büschen, auch Dr. Tiburtius. Im afrikanischen Gefecht, muß der Arzt meist in der

Schützenlinie mit vorgehen, nm sofort zur Stelle zu sein, wenn jemand getroffen ist. Er kennt dann das Gelände des Kampfes, weiß, wo die einzelnen Züge liegen und kann unter Benutzung der Deckungen des Geländes zu den Verwundeten gelangen. Der Feiud kennt kein rotes Kreuz und schießt auf jedermann. Den Arzt erst aus der Ferne zu rufen, wenn Ver­wundungen vorkommen, ist meist sehr schwierig.

Die 2. Kompagnie ging gegen die Wasserstelle vor, auch hier war Oberarzt Dr. Maaß mitten unter den Stürmenden.

Ich befand mich in der Umgebung des Majors auf der verlassenen Hererowerft, welche auf einer Anhöhe lag und durch eiu tiefes Tal von den bc» festigten Höhen getrennt war, auf denen die Hereros saßen. Auf der Anhöhe richtete ich den Verband­platz ein.

Am Nachmittag begann der Feind den linken Flügel der 4. Kompagnie zu umgehen. Es fiel Ober­stabsarzt vr. Auhn. leutnant a. D. Schnitze. Schwer verwundet wurde