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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika / nach persönlichen Berichten bearb. von Friedrich von Dincklage-Campe. Mit zahlr. Portr. und Ill. nach Orig.-Photogr. und Zeichn. von C. Becker ...
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Gefecht bei Hartebeestmundrivier.

12. Dezember 1903.

Zur Situation.

Siegreich waren die deutschen Truppen nach dem heißen Gefecht bei Groß- und Klein- Sandsvntein nach Warmbad, der südlichsten Militärstation im Groß-Namaland (Dentsch- Südwestafrika), zurückgekehrt. Wohl waren diese beiden Wasserplätze besetzt geblieben, wohl wurden kleinere Streifpatrouillen dem flüchtenden Feinde nachgesandt, aber es war und blieb vorerst ein Rätsel, wohin sich der geschlagene Gegner gewendet haben konnte. Die braven deutschen Mannschaften der 3. Feldkvmpagnie, unter Führung des äußerst tatkräftigen und um­sichtigen Hauptmanns von Koppy, die seit dem Tage des Aufstandes, also bereits schon vier Wochen lang, sich nicht hatten Ruhe gönnen können, die Pferde'dieser Abteilung und die Wagen­bespannungen die Zugochsen waren so erschöpft resp, mitgenommen, daß eine kleine Pause in dem steten Umherstreifen auf der Suche nach dem Feinde bei diesem Detachement eintreten mußte. Wohl rückte die bereits angekündigte Verstärkung, die Bastardabteilung sowie die I.Kompagnie unter der Führung des Oberleutnants Grafen von Stillfried und Nattonitz und die Gebirgsbatterie unter der allzeit tüchtigen Leitung des Hauptmanns von Heydebreck, näher. Aber würden diese Truppen, die in Eilmärschen die über 900 Kilometer lange, tief­sandige Pad von Rehoboth bis Warmbad zurücklegen mußten, sofort marsch- und gefechtsbereit sein? Dieses war eine so wichtige Frage; aber trotzdem konnten sich die Pferde der Südabteilung noch lange nicht mit denen der Nordabteilung messen. Unsere Abteilung, die Bastard-Reiter- kompagnie, unter dem schon soviel gerühmten, braven und tüchtigen Oberleutnant Böttlin, hatte durchweg wohlgepslegte Tiere, die die Strapazen gewohnt waren und stets gutes Kernfutter reichlich bis soweit erhalten hatten. Wie sahen dagegen die Pferde des soeben aus dem Sandfelde zurück­gekehrten Süddetachements aus! Völlig abgemagert und eingefallen, machten sie einen geradezu

kläglichen Eiudruck auf uns, die wir doch auch soeben am 1. Dezember 1903 in Warm­bad eingerückt waren. Am2.De- zember nachmit­tags erhielt nun unsere Kompagnie den Befehl, die von den deutschen Truppen besetzt ge­haltenen Wasscr- plätze Groß- und K l e i n -- S a n d - fontein zu vc» stärkeu. Gleich­zeitig aber wurde uns der Befehl zu­

Feldwebel Otto Rolle auf einer Exveottion im Kassernlo.no.

teil, den Spuren