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Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika / nach persönlichen Berichten bearb. von Friedrich von Dincklage-Campe. Mit zahlr. Portr. und Ill. nach Orig.-Photogr. und Zeichn. von C. Becker ...
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kam, hörte es sich an, als käme einMaikäfer" geflogen, und wir machten noch unsere Witze hierüber.

In einem Hause hatten sich die Hereros ganz besonders festgesetzt. Es war das größte, welches sich am Platze befand, außer dem Dinterschen Hause.

Unser Hauptmann befahl, das Geschütz auf diese stark besetzte Hütte zu richten, und mit Granaten zu laden. Nach einigen Sekunden sauste denu auch so'n Brummer hinüber in diegute Stube". Unsere Artilleristen hatten gut getroffen; denn, als hätten sie Fener uuter den Sohleu, trabteu die Insassen aus der Werft. Nur einige, die noch immer daö Feuer heftig erwiderten, blieben zurück. Jetzt befahl der Hauptmann:Sturmangriff!" und ver­schwunden war der Feind von seinem Platze nach ungefähr Zuständigem Gefecht.

Leider hatten wir einen Schwerverwundeteu. Der Feldwebel Glatzel hatte einen Schuß Bleigeschoß im Oberschenkel (Knochenschuß) erhalten, außerdem hatten wir mehrere tote und verwundete Pferde und Maultiere. Von den Hcreros fanden wir drei Tote und einige alte Gewehre. Die Verwundeten hatten sie jedenfalls mitgenommen. Die Gewehre, die wir nicht mitnehmen konnten, wurden demoliert.

Dann ging die Reise zurück, nachdem, wir die Feinde noch verfolgt hatten. Wir hatten seit dem vorigen Tage nichts gegessen. Der Kaffee in der Feldflasche war längst alle, uud mm brannte die Souue wieder heiß auf den Rücken. Auch die Pferde dursteten. Um 2 Uhr kamen wir wieder in Otjitasu (Okanjande) an, und jetzt kam die schwerste Arbeit vom ganzen Tag. Ein Wasserlvch war da, aber es war mindestens 10 bis 12 Meter tief, und mußte alles mit Futter­beuteln geschöpft werden. Erst um 7 Uhr abends waren wir fertig mit dem Tränken und konnten nun auch an uns denken. Unser Hanptmann Kliefoth hatte jedoch schon für seine Kompagnie gesorgt; denn als wir heraufkamen zum Lagerplatz, war unserMoncoria" Reis schon fertig; wir brauchten nur zu essen uud dann auf unseren noch sehr frischen Lorbeeren auszuruhen. Die Ruhe dauerte indes nicht lange; denn um 11 bis 11,30 Uhr wurden wir alarmiert, uud um 3 Uhr morgeuS stand die ganze Abteilung schon wieder Vorposten.

Hermann Ratzow, ehem. Sergeant derKaiserl. Schutztruppe f.D.-Südwestafri!a, z. Zt. Hoheupieritz.

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Bei der Ostabteilung.

Wer das Glück gehabt hat, im Februar und März 1904 in Südwestafrika die heißeu Gewaltmärsche bei jcuer Abteilung zn Fuß mitmachen zu dürfen, dein schwindet die Erinnerung daran nicht leicht aus dem Ge­dächtnis. Galt es doch zu jener Zeit, den Hereros den Weg nach der Ostgrenze zu verlegen und sie zu verhindern, die eigenen und die geraubten Viehherden über die deutsch- englische Grenze zu treiben. In 18 Marschtagcn legte die Ostabteiluug, bei deren Stab ich mich damals befand, rund 500 Kilometer in afrikanischer Hitze uud auf afrikanischem Boden in schwierigstem Buschgelände zurück, ohue einen