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Das Treiben des Viehs auf weitem Umweg war eine zeitraubende, beschwerliche Arbeit; es wurde dunkel, bis der Halteplatz vom Abend vorher wieder erreicht wurde, und dann begann der Rückmarsch zum Waterberg.
Gegen 2 Uhr morgens traf die Kompagnie dort ein, nachdem sie 36 Stunden — ineist zu Fuß — unterwegs gewesen. Ein mitgenommenes altes Hereroweib, das nach dem Ort ihrer Gefangennahme „Okawaka" genannt wnrde, verkörperte durch diesen Namen noch lange Zeit die Erinnerung an den erfolgreichen Beutezug vom 19. September. Okawaka hat bis zn ihrem Ende treu und unermüdlich Holz uud Wasser zur Küche getragen.
Aus den Mitteilungen des Freiherrn von Welck, Hauptmann in der Kaiser!. Schutztruppe f. D.-Südwestafrika.
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„Es ist alles möglich!"
i.
Der Sturm auf die Schanzen.
Es war am 9. August 1904. Wir lageu in Okateitei, 36 Kilometer von Omu- weroumue, als Leutnant Tilo von Trothci^) von Patrouille zurückkehrte und zugleich einen Auftrag zu eiucr auderu Patrouille von Oberst Deimling erhielt. Er gab zur Antwort: „Herr Oberst, ich glaube fast, es ist nicht möglich!" Dem Herrn Oberst war diese Antwort nicht angenehm. Er sagte kurz: „Herr Leutnant, es ist alles möglich! Ich weiß, daß eS hier schwieriger ist, einen Auftrag zu erfüllen, als in Deutschland, aber es muß geschehen!" Der Leutnant entfernte sich, und der Auftrag wurde ausgeführt. Am andern Tage kehrte er zurück und machte eine Meldung, die für uns von großer Bedeutung war.
Da der 11. August zum gemeinschaftlichen Angriff bestimmt war, marschierten wir am 10. August abeuds ab. Es war ein uucmgenehmer Marsch. Weil wir unS den Hereros nicht bemerkbar machen wollten, durfte uicht gesprochen und nicht geraucht und nur im Schritt geritten werden. Endlich hatten wir die Stelluug, die vou Leutnant von Trotha erkundet war, um 5 Uhr morgens, erreicht. Die Artillerie nahm sogleich Stellung auf einer kleinen Höhe; die vier Kompagnien, zu je zwei auf den Flügeln, schwärmten auS in Schützenlinie. Das ganze Gelände voll DornengcstrüPP, daß man den Nebenmann auf sieben Schritte uicht sehen kann. Alles wartet gespannt auf das Kommando. Die Sonne tritt in ihrer goldenen Gestalt am Horizont hervor, als wollte sie einen blutigen Tag verkünden.
Es ist 6 Uhr. Das mittlere Geschütz gibt den ersten Schuß, und die andern greifen in das Vernichtuugswerk mit ein. DaS war der ersehnte Moment, und alles atmet leichter auf. Nach einer Stunde meldet die rechte Gefechtspatrouille, daß der Gegner abzieht. Wir nahmen die Verfolgung auf, und ein schwerer Tag begann für uns. Um 10 Uhr erhielt die Spitze bei dein Omuweroumuerivier Feuer. Zwei Mann von uus wurden verwundet. Nachmittags um 4 Uhr erreichten wir die Station Waterberg, wo sich der Gegner verschanzt hatte. Wiederum begann die Artillerie mit dem Feuer, uud es eutspaun sich ein heißes Gefecht. Das Vieh, welches in einer Schlucht hinter der Mission gehalten wurde, brach aus. Es war ein wüster Lärm, das Viehgebrüll mit dem Geschütz- und Gcwehrfeuer.
') Leutnant von Trotha, ein hervorragend tüchtiger jnngcr Osfizier, wnrde später als Unterhändler im Lager des Cornelius ermordet.
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