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„Links und rechts sah man schon Nosz und Reiter liegen."
Am 22. Mai 1904 langten wir an unserem Bestimmungsort an. Die Brandung in Swakopmund war so stark, das; wir nur mit Lebensgefahr gelandet werden konnten.
Jeder brannte vor Ungeduld, mit dem verhaßten Feinde zusammenzutreffen, doch noch lange sollte es ein frommer Wunsch bleiben. Endlich nahmen wir die Verfolgung auf, und nach schweren Märschcu erreichten wir den Feind am Watcrberge. Unsere 11. Kompagnie unter Hauptmcmu Gausser, die zur Abteilung des MajorS von Mühlenfels gehörte, hatte schou viele Leute und Pferde zurückgelassen, die nicht mehr vorwärts konnten. Am 11. Angust blitzten die ersten Kanonenschüsse.
Todcsschauer ging durch die müden Reiter; denn jeder war sich bewußt, es geht auf Leben und Tod. Geschosse zischten schon durch uusere Linien. Wir standen 4000 Mann gegenüber.
Es war eiu heißes, schweres Ningeu um die Wasserstelle Hamakari. Unser Hauptmann Gansser stürmte vor, wurde aber durch den Kopf geschossen; die Kompagnie nahm ober die Wnsserlöcher, trotzdem auch Oberleutnant Streccius verwundet war und Leutnant Leplow fiel.
Mit fürchterlichem „Hurra Dütschmanu!" kamen uns die HereroS entgegen, aber sie konnten unsern Kugeln nicht widerstehen.
Abends 8 Uhr giug alles zurück. Am dritten Tage begann die Verfolgung. Nur Weiber, Kinder und Vieh ließen die Schwarzen zurück — man konnte kaum durch. Die Wasserlöcher lagen voll totem Vieh — aber mutig ging's weiter.
Links und rechts sah man schon Roß und Reiter liegen, die nicht mehr weiter konnten. Ein Schlnck Wasser, und zu Fuße giug's wieder vorwärts — das Pferd blieb liegcu. Abends konnten wir nicht weiter. Wir hatten entsetzlichen Durst uud Huugcr. Fleisch war genug da, aber kein Wasser zum Kochen. Da wurde das Fleisch in das offene Feuer geworfen und so gebraten.
Noch nachts ging's dann wieder zur Wasserstelle Hamakari zurück. Mancher Offizier und Reiter hätte sich lieber den Tod gewünscht, als noch weiter! Aber das Losungswort hieß „Vorwärts!" Die Verfolgung begann. Die Schwarzem waren in das Sandfeld geflohen — wir zogen ihnen nach. Leichen, von den Schakalen angefressen, bezeichneten die Spur.
Erst am 17. September langten wir wieder in Otjoscisn an lind bekamen drei Monate Erholung.
Wie der einzelne Mann sich dem Tode geweiht hat, darf ich für mich behalten. Es wird kaum bekannt werden, was der deutsche Soldat dort geleistet hat.
Anton Wcßler, ehem. Reiter der 11. Komp. der Kaiser!. Schntztruvpe f. D.-Südwesiafrika.
* «eiler Antmi Wejjler.