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linle Backe gegangen, dann unterhalb deS Ohres her, hatte die HalSmnSkel durchschossen, war dicht an der Schlagader vorbei und hinten am HalS wieder herausgekommen, nnd dann dem hinter mir gehenden Karle in die Brust gedrungen. Der arme Kerl war gleich tot. Die Kameraden sprangen gleich hinzu und machten dem Herero den Garaus. Der Feind hatte sich hierauf auf die Hauptstelluug am Liewenberg zurückgezogen und leistete zähen Widerstand; erst nach sechsstündigem Gefecht wurde er geschlagen. Mein toter Kamerad uud ich aber lagen noch zwei Stunden obcu, ehe wir geholt werden tonnten. Ich hatte großen Blutverlust und war gleich besinnungslos, erst zwei Tage später kam ich zum Bewußtsein.
?llS am Nachmittag der Wcitermarsch angetreten wurde, lud man die Verwundeten auf einen Ochsenwagcn. ES war ein schwieriger Transport, da eS über Stock und Stein ging? mcine Wnnde hatte sich entzündet, und ich litt fürchterliche Schmerzen. Am 19. Februar morgens wnrde ich durch heftiges Schießen geweckt, und ich fragte Maat Inrgahn: „WaS ist deun loS?" Er sagte: „Wir sind in einer Schlucht von den Schwarzen überfallen, uud cS wird unS wohl schlecht gehen!"
Der Wagen fuhr im schnellsten Galopp, so daß ich hin und l;cr geworfen wurde. Einigemal hielt er still, und Maat Jurgahu sagte: „Sie haben uns Ochsen vor dem Wagen weggeschossen!" Das Schießen wnrde immer heftiger, dazwischen ertönte das Krachen deS Geschützes und der Nevolvcrkanone. Mehrercmal klatschte cS gegen die Seitenwand deS WagcnS, und es pfiff über mir hinweg. Beim Hinsehen entdeckte ich große Löcher in der Wand, eS waren Kngeln hindurchgeslogcn. Es tat mir bitter leid, daß ich nicht mitkämpfen konnte, aber ich war hilflos und konnte mich nicht rühren. Der Feind wnrde anch in diesem Gefecht (bei Groß-Barmen) nach hartem Kampf in die Flucht geschlagen.
Am Abend wurden die Verwundeten aufgeladen nnd unter starker Bedecknng nach O kahandja gefahren, wo wir Sonnabend, den 20. Februar, früh, ankamen. Während die andern Verwundeten hier ins Feldlazarett kamen, wurden Gefreiter Natjen und ich mit der Bahn nach Windhuk befördert und in das dortige Lazarett gebracht. Ich war fünf Tage auf dem Transport gewesen uud war gäuzlich erschöpft.
Nachdem meine Wnnde vernäht war, heilte sie rasch, aber ich blieb auf dem linken Ohr taub, und außerdem war die linke Gcsichtshälfte gelähmt. Ich war also invalid und wnrde am 7. April wieder nach Hanse geschickt. Das tat mir sehr leid, denn ich wäre noch gern drüben geblieben und wieder mit iuS Feld gezogen. Ich habe fast geweint, als ich von meinen guten Kameraden Abschied nehmen mußte, aber ich mußte mich fügen. Ich wnrde als ganzinvalid entlassen, bekam Pension uud den ZivilversorgungSschcin, auf letzteren auch bald Anstellung. Auch erhielt ich das Militärehreuzeichen 2. Klasse am schwarzweißen Band.
Adam Hesse,
ehem. Reiter der Eisenbahnbetriebskompagnie der Kaiser!. Schutztrnppc f. D.-Südwcstafrita.
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Miszglückter Überfall der Hottentotten bei Norechab.
14. Februar 1906.
Anfang Februar 1906 lag die 12. Kompagnie 2. Feldregiments, bei der ich mich befand, zur Sicherung der Etappcnstraße NamanSdrift—Warmbad in der Norechabschluchl stationiert.
Am 14. Februar 1906, morgens 3 Uhr, wurden wir durch Kanonendonner eines Geschützes der 2. Gebirgöbatterie unsanft aus dem Schlafe geweckt. Für uns hatte es einen Angriff der Hotteutottcn zu bedeuten. Da wir stets angezogen, mit Gewehr im Arm, schliefen.